Gebäude
Seminarium Sancti Ignatii (Seminarium pauperum, Knabenseminar, Konvikt)
Beschreibung

Die Initiative für eine Seminargründung kam von den Jesuiten Georg Köldrer (Kölderer), die (erste) Stiftung erfolgte durch den Prälaten von Sankt Florian, Leopold Zehetner, im Wert von 1.000 Gulden. Auch Ferdinand II. dotierte die neue Einrichtung. Im Jahr 1637 erwarb Köldrer für das Seminar ein Landhaus in Ottensheim. 1652 kauften die Jesuiten einen Vorstadtgarten für das Seminar um 2.000 Gulden. (Siehe auch: Garten und Sommerresidenz: Vorstadtgarten und Gartenhaus des Seminars Sancti Ignatii).
Anfangs nahmen sie (vor allem) musikalisch begabte Jungen auf (alumni musici). Neben den auf Kosten der Stiftung versorgten Alumnen gab es auch einige eigenfinanzierte Konviktschüler, so dass die Einrichtung ein gemischtes Profil hatte („seminarium pauperum“ und adeliges Konvikt). Ein jesuitischer Bericht von 1660 zeichnet ein eher negatives Bild des Konvikts: Die Schülerzahl und ihre Leistungen seien zurückgegangen, woran der kränkliche, widerspenstige Regent schuld sei. Das Amt hatte von 1659 bis zu seinem Tod 1663 der aus Prag stammende Jacobus Rabsgangl inne.
Nach dem Wiederaufbau im Jahr 1681 wurden mehrere Stiftssitze besetzt (dank der zahlreichen Wohltäter, wie Werner Graf von Tilly, Landeshauptmann Graf Johann Ludwig von Kuefstein, der Konvertit Nikolaus Dietrich Freiherr von Sperreuthner, Gregor August Faschang, Maria Elisabeth Gräfin von Ungnad, Anna Katharina Gelb, Pfarrer von Sierning Georg Friedrich Koller, und Pfarrer von Leonding Johann Bapt. Urli).
Die Stiftungen wuchsen im Laufe des 18. Jahrhunderts, so dass die Gesamtzahl der Zöglinge in der Regel zwischen 20 und 30 pro Jahr lag: Sie waren Schüler des Gymnasiums und Studenten der Akademie, sowohl Geistliche als auch Laien. Im Jahr 1731 lebten 19 Seminaristen (alumni) und 8 Konviktoren in der Einrichtung. Ab ca. 1646 wohnten zwei Jesuiten in dem Konvikt: Der Rektor war immer ein Pater, der Subregens (oder „socius regentis“) war typischerweise ein Magister.

Jesuitenhäuser


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041. 
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