Gebäude
Akademie
Beschreibung

Im Jahr 1669 gründeten die niederösterreichischen Landstände neben des Jesuitengymnasiums einen akademischen Lehrgang. Zu diesem Zweck stellten sie jährlich 1.800 Gulden aus dem ständischen Obereinnahmeamt zur Verfügung. Der Logikkurs begann mit 60 Studenten. Neben den philosophischen Fächern wurde ab 1671 auch eine kirchenrechtliche Ausbildung aufgenommen. Im Jahr 1679 lehrten bereits acht Jesuitenprofessoren an der Akademie, und diese Zahl blieb bis 1773 unverändert. Im Jahr 1697 begann die zivilrechtliche Ausbildung mit einem Laienprofessor. Das 1759 eingerichtete „museum physicae“ und das 1761 errichtete „Münzkabinett“ waren (auch) mit der akademischen Ausbildung verbunden. Die Akademie erhielt bis Ende der Jesuitenzeit nie das Recht, akademische Grade und Privilegien zu verleihen, dennoch war sie eine große und bedeutende Hochschuleinrichtung für die Region.
Zwischen 1670 und 1710 lag die Gesamtzahl der Philosophiestudenten bei 70 bis 110, mit durchschnittlich 94 Studenten pro Jahr. Im Jahr 1701 besuchten 116 Studenten der Philosophie, und die jährliche Studentenzahl von 110 bis 130 blieb bis 1730 typisch. Von 1730 bis 1741 studierten 100–120 Studenten pro Jahr, danach deutlich weniger, nämlich 75–100 Studenten pro Jahr, Philosophie in Linz. Der Rückgang nach 1741 dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die oberösterreichischen Landstände (zumindest einen Teil) ihrer eigenen Stipendien aus dem Collegium Nordicum abzogen und ihr eigenes adeliges Konvikt nach Kremsmünster verlegten.

Jesuitenhäuser


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041. 
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