Gebäude
Gymnasium
Beschreibung

Das Jesuitengymnasium wurde 1627 mit drei Klassen, 1630 schon mit fünf Klassen und mit vier Lehrer eingerichtet. Seit den 1670er Jahren führten sechs Lehrer das mit unteren Vorbereitungsklassen („parvistae“) ergänzte Gymnasium.
Ein ausführliches Bild der Schülerschaft ergibt sich aus den Schulregistern des Gymnasiums.1 Zwischen 1630 und 1773 wurde in den 131 Schuljahre 49.229 Immatrikulationen registriert, diese können mit 20.595 Personen identifiziert werden. Die unterste, „parva“ Jahrgänge von den 12–13 Jahre alten Schüler besucht wurden, das durchschnittliche Lebensalter der Schüler der grammatische Klassen lag bei 14–16 Jahren bzw. der Schüler der höchsten zwei Jahrgängen („humaniora“) bei 17–19 Jahren. Die Matrikeleinträge des Gesellschaftsstatus entstellen positiverweise die Proportion des Adels, die machten 40% der Schülerschaft mit bekanntem Status aus, neben ihnen war 30–30% der Anteil der bürgerlichen und gemeinen Schüler. Nach den Matrikeleinträgen der Konfessionen lernten im 17. Jahrhundert (angesichts einer gemischten Bevölkerung, wo es kein Gymnasium für die Protestanten gab) zahlreiche nicht-katholische Schüler bei den Jesuiten. Die Zahl der bekannten protestantischen Schüler (Lutheraner und Kalvinisten) lag bei beinahe 900, aber unter den Immatrikulierten sind auch Orthodoxe, Griechisch-Katholische und Israeliten zu identifizieren. Die Wahrscheinlichkeit der Konversionen der protestantischen Schüler machte nur 15–16% aus. Die Schule war bis der Ende der 1660er Jahren sicherlich nicht ein Mittel der gewaltsamen Rekatholisierung. Die Nation ist bei 70% der Schülerschaft zu erkennen: Den höchste Anteil machten die Ungarn (mit gesamt 67%) aus; die Schüler, die slowakische Muttersprache hatten, machten 15%, die Kroaten 8% und die Deutschsprachigen ebenfalls 8% aus. Nach der Darstellung der Herkunftsorte der Schüler auf der Landkarte war das Einzugsgebiet des Gymnasiums im 17. Jahrhundert überregional und reichte über die Landesgrenzen hinaus. Vom Königreich Kroatien und Slawonien durch das Transdanubien bis die niederungarischen Komitaten kamen beinahe aus allen Komitaten Schüler in die Schule, sogar manche aus den Gebieten der osmanischen Besatzung. Im 18. Jahrhundert veränderte sich die Rolle des Gymnasiums, sie ist zum lokalen und regionalen Schulzentrum geworden.

Jesuitenhäuser


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041. 
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