Gebäude
Seminarium Josephinum (Konvikt)
Beschreibung

Im Jahr 1638 kaufte der wohlhabende Judenburger Bürger Hermann Heinricher von Heinrichsberg den so genannten „Prankherhof“ (heute Martiniplatz 4), den sein Neffe und Erbe Johann Heinricher den Jesuiten zum Zweck eines Konviktes (Seminars) schenkte. Die Einrichtung wurde nach dem Stifter Josephinum genannt.
Nach dem Stadtbrand von 1699 wurde über dem Eingangstor ein Relief des hl. Joseph mit dem Jesuskind und der Jungfrau Maria, die beide Kinder hüten, aufgestellt. (Dieses Relief ist noch immer am Gebäude zu sehen.) Nach dem nächsten Brand (1709) war das Gebäude einige Jahre lang unbewohnbar und diente dann bis 1773 ununterbrochen als Konvikt.
Im Jahr 1644 wurden zwölf arme Stiftlinge in dem Konvikt untergebracht und verpflegt, im Jahr 1646 waren es 17 Stiftlinge. Für ihre Verpflegung sorgten mehrere Stiftungen (verdankend an z.B. Eva Kirchpichlerin geborene Ederin, Matthias Marzzina Pfarrer von Fohnsdorf, Michael Piscator Pfarrer zu St. Peter ob Judenburg, Gregorius Janko Pfarrvikar zu St. Oswald bei Zeiring). Zu den Alumnen gehörten immer wieder musikalisch begabte Schüler, die als Sänger- und Musikerknaben gelegentlich Gottesdienste (Kirchenfeste, Begräbnisse usw.) in und um die Stadt begleiteten. Neben den Alumnen waren ständig auch einige eigenfinanzierte Konviktschüler untergebracht. Nach 1730 lag die Zahl der Alumnen regelmäßig bei 25 bis 35, und erst nach 1761 sank sie auf 10 bis 20. Die unvollständigen Daten deuten auch darauf hin, dass die Gesamtzahl der Zöglinge (mit den selbstfinanzierten Konviktschülern) selten 40 überstieg. Das Seminar wurde von einem Jesuitenpater als Regent beaufsichtigt, dem ein Magister als „socius regentis“ zur Seite stand.

Jesuitenhäuser


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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