[Erste Periode:] Die Jesuiten kamen erstmals 1581 nach Klausenburg, wo ihr fünfjähriges Gymnasium bald sehr beliebt wurden. Sie hatten jährlich 150–200 Schüler, und 1585 fügten sie einen philosophischen Kurs hinzu, wodurch sich die Gesamtzahl der Schüler auf 230 erhöhte. Damit bildeten sie eine ernsthafte Konkurrenz für die ebenfalls renommierte unitarische (antitrinitarische) Stadtschule. (Damals war die ganze Stadt fast ausschließlich unitarisch.)
[Zweite Periode:] Nach ihrer Rückkehr nach Abtsdorf (Mănăștur, Kolozsmonostor) im Jahr 1616 richteten die Jesuiten neben der Mission ein sechsklassiges Gymnasium mit drei Magistern ein (einer von ihnen war manchmal Laienlehrer). Es gab auch protestantische und griechisch-orthodoxe Schüler, aber nur Katholiken durften die Rhetorikklasse besuchen. Ein Gesamtbild der Schülerschaft des 17. Jahrhunderts ergibt sich aus den überlieferten Album (Mitgliederbuch) der Schülerkongregation. (Die Liste der Schüler hat Júlia Varga aufgrund dieser und anderer Quellen rekonstruiert). Um 1640 lag die jährliche Schülerzahl bei etwa 100, in den 1650er Jahren waren es 140–150. In den 1660er Jahren, als die Mission und die Schule nach Klausenburg umzogen, wurde der Unterricht vorübergehend unterbrochen. In den 1680er Jahren stieg die jährliche Schülerzahl wieder auf 150–160. Nachdem die Jesuiten das Gebäude des vorherigen unitarischen Kollegs in der Innenstadt erhalten hatten, stieg die Schülerzahl in den 1690er Jahren sprunghaft an, und 1695 gab es mehr als 200 Schüler, wobei vier Magister gleichzeitig unterrichteten. Ein erheblicher Teil der Studenten des 17. Jahrhunderts waren Katholiken aus dem Szeklerland, vor allem aus Stuhl Háromszék (36%) und Stuhl Csíkszék (35%). Unter den Schülern gab es einen besonders hohen Anteil an Adeligen (etwa 70 %), darunter die privilegierten Szekler (die „lófők”). (In Siebenbürgen gab es kaum ein katholisches Bürgertum, so dass diese soziale Schicht in der Schule völlig fehlte.) Einige Schüler kamen aus dem Franziskaner-Kleingymnasium von Schomlenberg (Șumuleu, Csíksomlyó), dem Minoriten-Schule von Estelnic (Esztelnek) und dem Jesuiten-Kleingymnasium von Odorhellen (Odorheiu Secuiesc, Székelyudvarhely). Neben den katholischen, ungarischsprachigen Szeklern gab es auch einige rumänische Schüler (etwa 5%). Von fast einem Fünftel der Schüler ist bekannt, dass sie eine höhere Ausbildung auch absolviert haben, vor allem in Tyrnau. Die meisten von ihnen wurden Priester, einige traten in den Jesuiten- oder Franziskanerorden ein.
[Dritte Periode:] Die Rekonstruktion der Schülerschaft des 18. Jahrhunderts basiert (wie früher) auf dem Mitgliedsbuch der Studentenkongregation und daneben auf den Namenlisten des adeligen Konviktes. (Die Schulmatrikel wird leider in 1956 vernichtet.)
In den Jahren 1753–1755 lag die Gesamtzahl der Schüler bei etwa 200–250 pro Jahr. Der Anteil der (hauptsächlich) adeligen Schüler war immer noch sehr hoch (60–70%). Die Schüler kamen hauptsächlich aus dem Szeklerland, vor allem aus den Regionen von Stuhl Csíkszék und Stuhl Háromszék, aber auch in großer Zahl aus Stuhl Udvarhelyszék und den Komitaten Mieresch (Maros) und Klausenburg (Kolozs). Neben den katholischen Szeklern gab es auch eine kleine Anzahl griechisch-katholischer rumänischer Studenten aus den siebenbürgischen (übrigens mehrheitlich protestantischen) Komitaten. Einige wenige kamen aus den siebenbürgischen sächsischen Stühle: evangelische Sachsen und auch griechisch-katholische Rumänen. Ein paar Prozent der Studenten kamen aus Nieder- und Oberungarn und aus den ungarischen Komitaten, die an Siebenbürgen grenzen.
Gebäude
Gymnasium
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041.
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