GRUNDDATEN
Komorn (Komárno, Komáro)
Königreich Ungarn, Komitat Komorn
| ab | bis | Institutionstyp | |
|---|---|---|---|
| 1624 | 1635 | missio | |
| 1635 | 1773 | residentia |
| ab | bis | Institutions | ||
|---|---|---|---|---|
| 1624 | 1632 | collegium | Collegium Tyrnaviense | |
| 1633 | 1627 | collegium | Collegium Jaurinense |
GESCHICHTE UND TÄTIGKEIT
Geschichte
Die Jesuiten übten seit 1624 seelsorgerliche Tätigkeit in der Festungsstadt Komorn aus. Sie benutzten die St.-Andreas-Pfarrkirche in der Burg, die ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert stammte. In der Zeit der Jesuiten wurde die Kirche mehrfach umgebaut, zwischen 1748 und 1753 fand ein großer Umbau im barocken Stil statt. 1635 wollte Feldmarschall Michael Adolf Graf von Althann in Komorn ein Jesuitenkolleg mit einer Stiftung von 70.000 Gulden errichten, doch die Gründung wurde durch den Tod des Grafen im Jahr 1636 verhindert. Die Residenz erlangte danach nie den Status eines Kollegs.
Festung und Stadt Komorn betreuten hauptsächlich ungarische und deutschsprachige Jesuitenpriestern. Zu Beginn lebten dort 8–10 Mitglieder, ab der Mitte des 18. Jahrhunderts 17–21 Jesuiten in der Stadt. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts waren sie vor allem für die Betreuung der Soldaten zuständig, und mehrere Komorner Oberste hatten jesuitischen Beichtväter (z.B. Adolph Ehrenreich Graf von Puchheim). Zunächst unterhielt die Residenz eine kleinere Mittelschule, später dann ein sechsklassiges Gymnasium. Die Gesamtzahl der Schüler lag ab den 1720er Jahren zwischen 250 und 400 pro Jahr.
Kongregationen
„Corpus Christi” deutsche Bürgerkongregation. Die Sodalität war als deutsche Bürgerkongregation in der Johann Chrysogonus-Kirche tätig.
Agonia Christi Kongregation. Die Sodalität war schon im Jahr 1692 tätig, geleitet von den deutschen Jesuitenpredigern.
„Mater morientium et mortuorum” ungarische Kongregation. Die Sodalität war als ungarische Kongregation in der Pfarrkirche St. Andreas organisiert, eventuell mit einem gemischten Profil: als bürgerliche und/oder als Todesangst-Sodalität.
„Annuntiatio Mariae“ lateinische Schülerkongregation. Im Jahr 1703 hat die Sodalität schon ein jesuitischer Präses. Die römische Anerkennung folgte am 16. August 1711.
Im Jahr 1672 wurde den Lutheranern die Kirche weggenommen und den Jesuiten überantwortet. Sie funktionierte als deutsche Pfarrkirche. Heute dient als Lutherische Pfarrkirche.
QUELLEN
Archivmaterial
- MNL OL MKA E 152, Acta Iesuitica, 17–21. d. (Residentia Comaromiensis, Regestrata)
- MNL OL MKA E 152, Acta Iesuitica, 204. d. (Residentia Comaromiensis, Irregestrata)
- Historia de initio et progressu missionis Societatis Jesu Comaromiensis ab anno circiter 1625.> [1625–1777] Bibliothek der Eötvös Loránd Universität, Budapest, Handschriftensammlung, Ab 261.
- Catalogus librorum abolitae Societatis Jesu residentiae Comaromiensis etc. conscriptus anno 1781. – Martinus Georgius Kovachich descripsit feriis autumnalibus mense Octobris 1781.> Bibliothek der Eötvös Loránd Universität, Budapest, Handschriftensammlung, J 10 Nr. 3.
Literatur
Gyulai Rudolf: A komáromi Sz. András templom és kath. el. isk. története. [Geschichte der St. Andreas-Kirche und der katholischen Grundschule in Komorn.] Magyar Sion (1897), 274–284., 350–368.
Molnár Antal: Végvár és rekatolizáció. Althan Mihály Adolf és a magyarországi katolikus restauráció kezdetei. [Festung und Rekatolisierung. Michael Adolf Althan und die Anfänge der Rekatholisierung in Ungarn.] In: Idővel paloták… Magyar udvari kultúra a 16–17. században. [Zeit der Paläste... Ungarische Hofkultur im 16. und 17. Jahrhundert.] Hrsg. von Nóra G. Etényi, Ildikó Horn. Budapest, 2005. 390–398.
Németh Vilmos: A komáromi kath. gymnásium története a Jézus-társaság vezetése alatt. [Die Geschichte des katholischen Gymnasiums in Komorn unter der Leitung der Gesellschaft Jesu.] A pannonhalmi Szent Benedek-rend komáromi négy osztályú katholikus gymnasiumának értesítője. 1893/1894.

