Der Bau der gotischen Kapelle, die bereits Ende des 14. Jahrhunderts stand, unterstützte die St. Georgen-Zunft, deren Mitglieder die Ödenburger Stadtväter waren. Ende des 16. Jahrhunderts diente die Kapelle der Lutherischen Stadtgemeinde und diese Kirche wurde von der großteils lutherischen Stadt unterhalten, die das Gebäude im 17. Jahrhundert mehrmals reparierte.
Im Jahr 1674, infolge der heftigen Gegenreformation, wurde die Kapelle den Jesuiten übergeben. Beim Stadtbrand von 1676 erlitt sie bedeutende Schäden. Im Jahr 1685 ließen die Jesuiten an beiden Seiten des gotischen Kirchenschiffs Kapellen anbauen, in denen später Altäre aufgestellt wurden, u. a. mit Unterstützung von Bischof Leopold Kollonitsch und der Familie Nádasdy. In den Jahren 1705–1706, als Ödenburg von den Kuruzzen belagert wurde, erduldete die Kirche Kanonenbeschuss. Die neue Deckenstuckdekoration ist wahrscheinlich das Werk von Pietro Antonio Conti. Im Jahr 1713 errichtete man auf Kosten von Mihály Esterházy einen neuen Hochaltar. Die Barockfassade stellte man bis 1716 fertig. 1761 erhielt die Kirche erneut einen neuen Hochaltar, der Stifter war der Stadtpfarrer György Primes, das Altarbild malte ein Wiener Meister (Martyrium und Verherrlichung des Heiligen Georg). Nach 1773 wurde die Kirche dem Ödenburger Kollegiatskapitel übergeben (zusammen mit dem Gebäude des ehemaligen Jesuitenkollegs der Innenstadt). Das Kircheninnere wurde 1944–1945 kriegsbeschädigt, aber bis 1948 wiederhergestellt, und die Fassade hat man zuletzt 2020 restauriert. Die barocke Orgel ist original, ihre Innenaufbau stammt aus dem 17. Jahrhundert. Heute gehört die Kirche zur Stadtpfarrei.
Gebäude
St. Georgskirche (St. Georgengasse)
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
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