GRUNDDATEN
Wiener Neustadt
Österreich unter der Enns
| ab | bis | Institutionstyp | |
|---|---|---|---|
| 1746 | 1773 | residentia |
| ab | bis | Institutions | ||
|---|---|---|---|---|
| 1746 | 1773 | collegium | Collegium Neostadiense |
GESCHICHTE UND TÄTIGKEIT
Geschichte
Der Gründer der Residenz war Franz von Zungaberg (Zungenberg). Sein Vater, Pascha Mehmed Csonkabég (Colak beg), geriet während der Belagerung von Ofen (Buda) 1686 in Kriegsgefangenschaft. Csonkabég wurde zusammen mit seiner Frau nach Wiener Neustadt verlegt, wo sie mit Unterstützung der dortigen Jesuiten 1696 katholisiert und in Wien feierlich getauft wurden und er anschließend vom Kaiser in den Adelsstand erhoben wurde. Franz von Zungaberg, der unter Leopold I. und Karl VI. eine glänzende militärische Karriere gemacht hatte, stiftete in seinem Testament (1721) zum Gedenken an seine Bekehrung 40.000 Gulden für eine Jesuitenresidenz, die an der Stelle seiner früheren Vision („zwischen der Wiennerischen Neustatt und Salenau [Sollenau] mitten auf der Heyde an der Straß nacher Wienn“) errichtet werden sollte. Die Stiftung deckte den Unterhalt von drei Priestern und mindestens einem Laienbruder, daneben waren 25.000 Gulden für den Bau der künftigen Residenz und der Kirche vorgesehen. Die Gründung verzögerte sich, und die Jesuiten änderten den Bauplatz. Die Kirche und die Residenz zum Hl. Leopold errichtete man zwischen 1737 und 1743 in der Wienervorstadt. Die ehemalige Jesuitenresidenz dient heute als Stadtarchiv.
Die Kirche und die Residenz zum Hl. Leopold errichtete man zwischen 1737 und 1743 in der Wienervorstadt, beim äußeren Wienertor (heute Wiener Straße 61–63). Die Ausstattung der Kirche (neben dem Hochaltar vier Seitenaltäre) folgt der Intention des Stifters. Die Kirche wurde am 14. November 1745 vom Wiener Neustädter Bischof Ferdinand von Hallweil geweiht.
QUELLEN
Archivmaterial
Siehe Collegium Neostadiense!
Literatur
Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich südlich der Donau. Bearbeitet von Peter Aichinger-Rosenberger u. a., Teil 2: M bis Z. Horn–Wien, 2003. 2630–2632.
Pokorny, Franz: Stiftung der Vorstadtkirche „zum hl. Leopold” in Wr.-Neustadt durch eine vormalige türkische, darnach getaufte Familie. Wiener Neustadt, 1903.
Stegbauer, Sylvia: Die ehemalige Jesuitenkirche St. Leopold und die Jesuitenresidenz in der Vorstadt. In: Neunkirchnerstraße 17, Stammhaus der Wiener Neustädter Sparkasse. Festschrift zur Revitalisierung. Hrsg. von Wiener Neustädter Sparkasse. Wien, 2022. 65–70.
Teply, Karl: Mehmed Colak Beg – Leopold Freiherr von Zungenberg. MIÖG 80 (1972) 113–155, hier: 142–144.

