Das sogenannte Antoneum, das sich im Murwald nordöstlich der Innenstadt befand, diente den Jesuiten als Erholungsort. Die Ruine des Gebäudes wurde 1964 abgerissen, und heute weist nur mehr ein Straßenname auf den Standort des ehemaligen Hauses hin.
Im Jahre 1645 schenkte der Seckauer Dompropst, Antonius de Potiis, dem Judenburger Kolleg einen etwa zwei Hektar großen Wald, in dem er auch ein Haus für die Ordensmitgliedern errichten ließ. (Der Wald war zuvor von Graf Georg Ludwig von Schwarzenberg an die Propstei Seckau geschenkt worden.) Der Propst stellte die Gründungsurkunde 1650 aus: Das Seckauer Domkapitel verzichtete auf alle Rechte daran, legte aber fest, dass Haus und Wald an das Kapitel zurückfallen sollten, falls die Jesuiten gezwungen würden, Judenburg zu verlassen.
Die Sommerresidenz diente (wie bei den Jesuiten üblich) in erster Linie der Erholung der Ordensmitglieder und auch die Zwecke der Ignatianischen Exerzitien (geistlichen Übungen). Es handelte sich um ein dreistöckiges Gebäude ohne Innenhof, das auch einen Bibliotheksraum, ein Refektorium und eine Hauskapelle beherbergte.
Nach 1773 war es in Privatbesitz und man nutzte es im 19. Jahrhundert als Gästehaus und beliebtes Ausflugsziel.
Gebäude
Sommerresidenz „Antoneum”
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041.
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