Gebäude
Seminarium Sancti Ignatii (Seminar und adeliges Konvikt.)
Beschreibung

Fast gleichzeitig mit der Schuleröffnung (1605) kauften die Jesuiten ein Haus für ein Konvikt (Seminar). Zunächst diente es als Internat (seminarium pauperum) für arme Studenten und Musiker. Später erlangte die Einrichtung auch die Funktion eines Adelskonviktes und wurde bis 1773 nie geteilt, es wurde von jesuitischen Regenten (regentes seminarii) geleitet. Die Bewohner waren Schüler des Gymnasiums und der Akademie. Es gibt keine Aufzeichnungen über irgendwelche zusätzlichen Ausbildungen im Konvikt (anders als in anderen Adelskonvikten um die Mitte des 18. Jahrhunderts).
Die Bewohnerzahl schwankte. 1616 lebten dort 60 Studenten (davon 21 Adelige). Im Jahr 1621 setzten die Jesuiten das Seminar aufgrund des böhmischen Aufstandes (Kriegsgefahr) aus; nur 12 Musiker waren vorübergehend im Jesuitenkolleg untergebracht. 1648 waren 33 Studenten (davon 18 Alumnen, d. h. Stiftlinge), 1665 14 Stiftlinge (Musiker) und 12 Konviktschüler (Studenten/Schüler) im Konvikt. Danach lebten dort jedes Jahr 44–54 Zöglinge, 1768 34 Alumnen und 13 Konviktoren.
Da es keine einzige große Stiftung gab, wuchs die Einrichtung allmählich durch kleinere Schenkungen und Stiftungen (z. B. von den Gurker Bischöfen und von anderen Prälaten sowie von den Landständen). Die Musiker wurden durch besondere Stiftungen versorgt.
Im Jahr 1606 wurde auch ein Vorstadtgarten („Seminarstöckl“) für die Konviktschüler zur Erholung und Bewegung (recreatio) erworben.

Jesuitenhäuser


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041. 
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