Gebäude
Salvatorkirche
Beschreibung

Die Kirche wurde zwischen 1636 und 1639 von der Pressburger evangelischen Gemeinde gebaut. Neben dem lutherischen Hochadeligen Gáspár Illésházy, finanzierten ungarische evangelische Herren und Adelige und die aus den österreichischen Ländern ausgewanderten Protestanten den Bau. Die Kirche hat man neben dem Hauptplatz an Stelle des Armbrusterhauses und eines älteren lutherischen Bethauses zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit errichtet.
Im Jahr 1672 begann eine neue Periode der gewaltsamen Gegenreformation unter der Führung des Graner Erzbischofs György Szelepchényi und des Präsidenten der Ungarischen Kammer, des Wiener Neustädter Bischofs Leopold Kollonitsch von Wien. Sie konfiszierten im Namen des Monarchen die lutherischen Kirchen und Gebäude. Kollonitsch übergab die Kirche anschließend an die Pressburger Jesuiten.
Szelepchényi und Kollonitsch leiteten die neue, römisch-katholische Einweihung der Kirche zur Ehre „Sankt Salvator“ am 8. Dezember 1672. Die Weihe war eine Kraftdemonstration der örtlichen katholischen Kirche.
Im Jahre 1673 errichtete man einen Dachreiter (auf der Kirche) und gestaltete die Empore um. In der Kirche wurde ein Silberaltar im Wert von 1.000 Gulden aus dem konfiszierten Vermögen des Grafen Ferenc Nádasdy aufgestellt. Später wurde über dem Haupttor das Wappen des Stifters Leopold Kollonitsch mit einem Doppeladler und der ungarischen Heiligen Krone angebracht (nach 1920 wurde sie abgenommen und in ein Herz-Jesu-Motiv verwandelt).
Die Kirche erhielt im 18. Jahrhundert eine hochwertige barocke Ausstattung. In den Jahren 1721 bis 1722 entstand ein neuer Hochaltar mit Skulpturen des Wiener Meisters Johann Andreas Eglauer, der dem Kreis um Rafael Donner angehörte. Die prunkwolle Rokokokanzel, ein Meisterwerk von Ludwig Gode, wurde 1753 durch eine Schenkung des Stadtkämmerers Anton Jäger und seiner Frau ersetzt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts kamen vier weitere schöne Barockaltäre hinzu: Der Heilig-Kreuz-Altar (1760–1770), der Altar des Heiligen Ignatius von Loyola, der Altar des Heiligen Franz von Xaver und eine Marienaltar (die drei letztgenannten stammen alle aus den Jahren 1759–1761). Eine Besonderheit der Kirche war, dass dort seit 1674 auch Schultheateraufführungen stattfanden.

48.14404, 17.10867


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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