Neben den bereits zuvor von den Jesuiten erworbenen städtischen Häusern hat das Kolleg im Jahr 1667 den Salzburger-Hof, d.h. das Linzer Stadthaus des Salzburger Domkapitels, um 7.000 Gulden gekauft (obwohl der Erzbischof von Salzburg gegen den Kauf war). Hier errichtete die Gesellschaft eine eigene Kirche, die nach der Ordensaufhebung als bischöfliche Kathedrale der 1785 gegründeten Diözese Linz diente (bis 1909).
Die Grundsteinlegung fand am 31. Juli 1669 statt, die Kirchenweihe ging am 4. September 1678 vor sich. Die barocke Wandpfeilerkirche mit der für die Jesuiten typischen Doppelturmfassade wurde wahrscheinlich nach den Plänen von Pietro Francesco Carlone gebaut.
Die innere Stuckdekoration stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt von Johann Peter Spaz aus den Jahren 1676–1678. Der Hochaltar wurde nach der Kirchenweihe von Giovanni Battista Colombo und Giovanni Battista Barbarino fertiggestellt (1679–1683) und größtenteils von den oberösterreichischen Landständen finanziert, die 17.000 Gulden spendeten. Die Gesamtkosten des Altars betrugen 28.000 Gulden. Das Altarbild wurde 1785 wegen der Erhöhung zur Kathedralkirche und der Änderung des Titels ersetzt.
Die drei Paare von Seitenkapellen stellte man ebenfalls in den 1670er–1680er Jahren fertig: (rückwärts vom Hauptaltar) die Altäre des Hl. Kreuzes (Agonia Christi) und Mariä, in der Mitte die Altäre des Hl. Josef und des Hl. Franziskus Borgia und im hinteren Teil die Altäre des Schutzengels und des Hl. Rosalia.
Die Stuckdekoration der Sakristei (an der Südseite des Chorraums) stammt ebenfalls von Johann Peter Spaz (1679). In der Kongregationskapelle über der Sakristei befindet sich der Hl. Aloisiusaltar (mit Bild von Bartholomäus Altomonte, 1748), der ursprünglich im Chor stand und 1750 vollendet wurde.
An der Südseite des Kirchenschiffs befand sich östlich eine Loretokapelle (1695/1696), westlich eine Johann von Nepomuk-Kapelle (1734), die später umgebaut und 1930 mit der Marienkapelle zusammengelegt wurde. Der Johann Nepomuk-Altar (Johann Michael Prunner, 1734) wurde in die ehemalige Loretokapelle versetzt.
Unter dem Chorraum befindet sich eine Krypta (1676), die bis 1773 als Begräbnisstätte der Jesuiten diente.
Gebäude
Jesuitenkirche Hl. Ignatius (Akademische Kirche, Alter Dom)
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041.
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