Gebäude
Missionshaus Schwerin (Herzogtum Mecklenburg)
Beschreibung

Dem Seminarium Nordicum, zur Auswahl der Zöglingskandidaten war ein kleines Vorseminar, auch „Kosthaus“ genannt, in Schwerin (Herzogtum Mecklenburg) angegliedert, in dem jährlich etwa vier Schüler unter der Leitung eines oder zweier Jesuitenmissionars religiöse Erziehung, Elementarschulbildung und Unterhalt erhielten, bevor sie nach Linz weitergeschickt wurden. Die Mission bestand von 1709/1710. Als Stiftung des Schweriner Missionshauses gab Karl VI. ein Legate des Herrn von Hansse (im Wert von 7.000 Gulden) im Jahr 1716 ab.

Seit dem frühen 17. Jahrhundert gab es in Schwerin eine kleine, geduldete katholische Gemeinde, die ihre Religion vor allem dank der katholischen Hofbeamten in provisorischen Gotteshäusern ausüben konnte. Um 1700 war die katholische Ehefrau des Oberstallmeisters Bernhard von Bibow, die Hofmeisterin Gabrielle von Bibow, geborene Flavigny de Beau, die Hauptförderin der katholischen Gemeinde. Ein Jesuitenmissionar, Karl von Stöcken (inkognito „Carolus Burchardinus“), der 1730 neu in Schwerin eintraf, erwarb das ehemalige, seit vielen Jahren verlassene Bibowsche Kurie für die katholische Missionsstation (1734). Die Kapelle in der Wasserstraße (ursprünglich in einem Dachgeschoss über einem Stall errichtet) wurde renoviert sowie vergrößert und beherbergte bereits 1735 das Wohnhaus des Missionars und eine Schule. Ab 1739 wohnten hier zwei Missionspriester, und es wurde ein kleines Internat betrieben, das nach und nach um eine wertvolle Bibliothek erweitert wurde. 1750 errichteten die Jesuiten ein neues, geräumiges Wohnhaus, aber bis zur päpstlichen Aufhebung der Gesellschaft durften sie keine neue Kirche bauen lassen. Erst 1791–1795 wurde die neue katholische Kirche Schwerins (die spätere St. Anna-Kirche), auf herzoglichen Wunsch an der Burgstraße (heutige Schlossstraße) anstatt der Wasserstraße, gebaut. (Die Lokation der Missionsstation an der Wasserstraße ist nicht ganz bekannt, nur die Straße, aber nicht das Haus).

Jesuitenhäuser


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041. 
Alle Rechte vorbehalten! / Minden jog fenntartva! © Kádár, Zsófia