Die Kirche stand ursprünglich außerhalb der Stadtmauern. Als zu Beginn des 13. Jahrhunderts die neuen Stadtgrenzen festgelegt wurden, befand sich die Kirche bereits innerhalb der Stadtmauern, im östlichen Teil der Stadt. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts diente sie schon als eine Pfarrei, und viele Jahrhunderte lang, bis 1822, war sie von einem Friedhof umgeben. Nach den Stadtbränden von 1441 und 1509 hat man die gotische Kirche wiederaufgebaut und renoviert.
Seit 1600 dienten in der Pfarrkirche auch die Jesuiten. Im Jahr 1602 geriet Pater Georg Scherer in offenen Konflikt mit dem Stadtpfarrer Heinrich Praetorius, der ihm das Recht entzog, in der Pfarrkirche zu predigen. 1606 bestätigte Erzherzog Leopold (als Administrator des Hochstiftes Passau) den Jesuiten das Recht, in der Pfarrkirche Morgenpredigten und Nachmittagskatechese zu halten. Mit der Ankunft des neuen Dechanten (1609, Blasius Aliprandinus) wurde das Verhältnis der Jesuiten zur Pfarrei ausgewogener. Die Zusammenarbeit verstärkte sich später, so starb z.B. 1665 Stadtpfarrer Heinrich Schrader „in den Armen“ des Jesuitenrektors.
Die Jesuiten belebten die Corpus-Christi-Bruderschaft der Pfarrei wieder und bauten 1601–1602 eine Kapelle im nördlichen Chorwinkel, die bis 1695 von der Bruderschaft genutzt wurde (später Ölbergkapelle). Zwischen 1614 und 1616 wurde das Kircheninnere umgebaut, eine Orgel auf der Chorempore installiert und zwei neue Oratorien errichtet. Das Seitenschiff und die (neue) Sakristei wurden bis 1622 fertiggestellt.
Der barocke Umbau der Kirche fand zwischen 1649 und 1653 statt, wobei die Jesuiten eine wichtige Rolle spielten. Die Stadt und die oberösterreichischen Landstände beteiligten sich auch an den Kosten. Die Jesuiten ließen 1653 ein neues hölzernes Chorgestühl errichten, und gleichzeitig ließen sie aus einer Spende von Regina von Kirchberg (geb. von Hoyos) ein Ignatiusaltar bauen. Die Kirchenweihe fand am 21. November 1656 statt. Zwischen 1687 und 1694 wurden zwei weitere Kapellen an den Seitenschiffen angebaut. Bis 1671 war der barocke Umbau des Kirchturms abgeschlossen. Die Ausstattung des Kircheninneren und der Einbau weiterer neuer Seitenaltäre dauerte noch Jahrzehnte an.
Das Recht und die Pflicht der Jesuiten, in der Stadtpfarrkirche zu predigen, blieb bis 1773 erhalten, noch im Jahr der Ordensaufhebung dienten zwei Jesuitenpater als concionatores in der Pfarrkirche.
Gebäude
Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041.
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