Gebäude
Hl. Ignatius-Kirche
Beschreibung

Als der kaiserliche Beichtvater, Wilhelm Lamormaini SJ, die Festungsstadt 1626 auf die Bitte von Bischof Dallos hin besuchte, um für die Jesuiten einen passenden Ort zu finden, wurde dafür zunächst ein damals als Provianthaus benutztes, im bischöflichen Stadtteil liegendes Gebäude ausgewählt. Ähnlich wie beim militärischen Bauamt, dem sogenannten Bauhof, weigerte sich jedoch der Grenzoberst Hans Breuner (1603–1633), das Haus herzugeben. Letztendlich wurden vier Bürgerhäuser auf der südlichen Seite des Marktplatzes, also auf dem Gebiet des gegen die Gründung opponierenden Domkapitels, bestimmt, das diese Gebäude schließlich den Jesuiten gemäß dem vorhin zitierten Vertrag überließ. Auf diesem Platz wurden nun Ordenshaus, Schule und eine Kapelle errichtet, doch bereits ein Jahrzehnt später sprengten die Raumbedürfnisse den vorhandenen Rahmen. Deswegen ließ Bischof György Draskovich unter Zwang auch die restlichen Bürgerhäuser des ganzen Häuserblocks aufkaufen, um sie den Jesuiten zu übergeben. Obwohl die Angelegenheit sogar vor den ungarischen Reichstag gelangte, blieb das ganze Gebiet mit seinen elf Grundstücken im Besitz der Raaber Jesuiten.
Zuerst erbauten sie zwischen 1635 und 1641 die Hl. Ignatius-Kirche: Ihre Fassade ist eine verkleinerte Nachbildung der Fassade der Wiener Universitätskirche. Der Architekt war wahrscheinlich derselbe wie der des Kollegs: Bartolomeo Torre. Hier wurde am 31. Juli 1641, dem Festtag des hl. Ignatius, die erste heilige Messe zelebriert.2 Die innere Gestaltung und Einrichtung wurde erst viel später mit Hilfe der militärischen und kirchlichen Leiter und der örtlichen Gesellschaft der Festungsstadt abgeschlossen (17. Jh.).
Der monumentale Hochaltar der Kirche (1744) von Paul Troger stellt die Verherrlichung des Hl. Ignatius dar. Die finanzielle Basis ihrer Anfertigung sicherte der Wesprimer Bischof, Ádám Acsády. Die Deckenfresken im Hauptschiff wurden zur gleichen Zeit gemalt, ebenfalls von Troger und seinen Mitarbeitern. Die hochbarocke Kanzel (1749) stammt aus dem Pressburger Werkstatt von Ludwig Gode, und wurde aus Spenden des Wesprimer Bischofs, Márton Padányi Bíró gefertigt.

Jesuitenhäuser

47.68782, 17.63484


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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