Kolleg. Aufgrund mangelnder finanzieller Mittel wurde erst ab 1641, unter dem Rektorat von Juraj Turković (György Turkovics) SJ (1638–1641) mit dem Bau eines geeigneten Kolleggebäudes begonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten die Mitglieder in einem weitgehend aus Holz bestehenden, ungeeigneten Haus. Die Pläne wurden sowohl von General Muzio Vitelleschi SJ, als auch von Johannes Rumer, dem österreichischen Provinzial, gebilligt, der es ermöglichte, dass das Gebäude vollständig in die Stadtmauer von Gradec integriert wurde (wie heute noch zu sehen ist). Der Bau wurde größtenteils von Graf Nikola Erdödy (Miklós Erdődy) und seinem Bruder Toma Erdödy (Tamás Erdődy) unterstützt, die die Kosten für den Südflügel übernahmen, der 1641–1644 gebaut wurde. Der ungarische Landtag (1.000 Gulden), Erzherzog Wilhelm von Habsburg, Graf Elisabeth Erdödy, geb. Moscon, Agramer Domherr Nikola Jalkoci (Miklós Jelkóczy) und Ferdinand II. selbst trugen zu den Kosten bei. Das neue Gebäude wurde bei einem Stadtbrand im Jahr 1645 weitgehend zerstört. Das Kolleg wurde danach durch mehrere Stadtbrände zerstört, so dass die Jesuiten gezwungen waren, die Gebäude bis zum Mitte des 18. Jahrhunderts weiterbauen mussten. 1646 bewilligte der ungarische Landtag auf Vorschlag des kroatischen Bans Ivan Drašković (János Draskovich) 800 Gulden für die Reparaturen, und auch die österreichische jesuitische Provinzversammlung bot Hilfe an.
Der Südflügel wurde in den Jahren 1651–1652 mit Unterstützung der Gräfin Ursula von Thonnhausen und des Raaber Bischofs Juraj Drašković (György Draskovics) wieder aufgebaut. Letzter als Bruder des oben erwähnten Bans, starb 1650, und vermachte dem Zagreber Kolleg 6000 Gulden. Der westliche und der nördliche Flügel wurden 1653–1655 wiederaufgebaut, die Stadt trug mühsam zu ihrer Erweiterung bei. Nach einem weiteren Brand im Jahr 1674 wurde der Südflügel 1679 und der Nordflügel 1685 wiederaufgebaut. Die Korridore des Kollegs wurden mit Gemälden der Ordensgründern, des Stifters Ignaz von Thonnhausen SJ und anderer Wohltäter sowie berühmter europäischer Städte geschmückt. Im Jahr 1693 wurde im Treppenhaus des Kollegs ein Hausaltar mit dem Bild der Madonna mit Kind errichtet, vor dem Litaneien und Andachten zur Jungfrau Maria abgehalten wurden. Das Kolleg (zusammen mit der Kirche und der Schule) wurde 1706 durch einen Brand weitgehend zerstört, und der Wiederaufbau verzögerte sich. Im Jahr 1709 wurde im Garten des Kollegs ein einstöckiger Getreidespeicher errichtet. Bis 1718 wurde das zweite Stockwerk aller drei Flügel fertiggestellt, und 1723 wurde das Dach wieder aufgebaut. Der letzte große Brand war 1731, und obwohl das Gebäude beschädigt wurde, verzögerte sich die Renovierung nicht.
Gebäude
Kolleg
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
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