Gebäude
(Akademische) Kirche der Hl. Katharina
Beschreibung

Als die Jesuiten in der Stadt ankamen, wurde ihnen die Kirche Hl. Katharina überlassen, die früher dem Dominikanerorden gehörte und dann als Waffenkammer genutzt wurde. Daher nutzten sie zunächst die Kapelle St. Fabian und St. Sebastian, die sich neben der Pfarrkirche St. Markus befand, und ab 1607 die Kapelle der Mutter Gottes. Da diese den Kapuzinern überlassen wurde, die 1618 in die Stadt zurückkehrten, ergriffen die Jesuiten die Initiative zum Wiederaufbau ihrer eigenen Kirche. Rektor Juraj Forro (György Forró) SJ suchte Wohltäter. Im Jahr 1620 legte der Agramer Bischof Petar Domitrović den Grundstein für die Kirche. Der Bau verzögerte sich (da zur gleichen Zeit die Kapuzinerkirche gebaut wurde), und als „director fabricae” leitete Georgius Jaszy SJ, ein jesuitischen Laienbruder, den Bau bis 1633. Es entstand eine einschiffige Kirche mit sechs Seitenkapellen (ohne Querschiff). Der Architekt der Kirche ist unbekannt, es wird aber eine Beziehung zum Architekten der Jesuitenkirche in Dillingen, Hans Alberthal, vermutet. Die Kirche hatte nur ein provisorisches Dach, als 1622 ein spektakuläres Fest zur Heiligsprechung des Ordensgründers Ignatius von Loyola SJ und des Missionar Franz von Xaver SJ veranstaltet wurde. Im Jahr 1631 erhielt Rektor Petar Ljubić SJ von Hans Ulrich Fürst von Eggenberg, dem Gubernator von Innerösterreich, den Auftrag, die Kirche mit Glocken zu versehen.
Die Kirche wurde am 26. Sept. 1631 von Agramer Bischof Franjo Ergeljski, in Anwesenheit des kroatischen Bans Zigmund Erdödy (Zsigmond Erdődy) eingeweiht, der den Hauptaltar der Kirche für 4000 Fuß bauen ließ. Im Jahr 1634 weihte Ergeljski die Seitenaltäre ein. Der Bau und die Ausstattung der Kirche wurden vor allem durch Spenden des Adels und der Bürger von Kroatien-Slawonien sowie der Agramer Bürger ermöglicht.
Beim Stadtbrand von 1645 wurde die Kirche weitgehend zerstört, nur die in der Sakristei gelagerten Gegenstände blieben erhalten. Der Wiederaufbau wurde größtenteils vom Ivan Drašković (János Draskovich kroatischen Ban (1639–1646), und dem lokalen Adel (Gräfin Elizabeth Erdődy Gemahlin von Joseph Moscon, Graf Nikola Erdödy, Graf Toma Erdödy, Baron Petar Rattkay, Baron Tomo Mikulić und dem Agramer Vizegespan (podžupan) Ivan Ručić unterstützt. Der Hochaltar wurde von Elizabeth Erdődy (†1653) für 1200 Gulden in Auftrag gegeben. Im selben Jahr wurde auch der Turm über dem Presbyterium gebaut.
Die Kirche wurde 1674 erneut durch einen katastrophalen Stadtbrand zerstört, von dem nur die Mauern und das Gewölbe der Kirche übrig blieben, die jedoch 1677 einstürzten. Der Wiederaufbau wurde dadurch erschwert, dass der größte Teil der Stadt und das Jesuitenkolleg niedergebrannt waren. Bis 1685 waren die Seitenaltäre größtenteils ersetzt worden (WohltäterInnen: Helena Ručić geb. Pataćić, Baron Aleksandar Mikulić, Baron Nikola Rattkay, Graf Emerik Erdődy). Herausragend ist der Apostelaltar (altare sanctorum apostolorum excipientium adventum Spiritus Sancti), gemalt von dem bekannten Agramer Künstler Bernard Bobić. 1684 wurde der neue Hochaltar vom kroatischen Ban Nikola Erdődy (1678–1693) und seiner Frau Joana Magdalena Drašković errichtet. 1762 wurde der Hochaltar erneut ersetzt. Die Kirche erhielt 1689 eine neue Orgel, die von Agramer Bischof Martin Borković (Márton Borkovics, 1667–1687) zur Verfügung gestellt wurde.
Die innere Stuckdekoration und dekorative Ausmalung der Kirche wurde zwischen 1712 und 1726 fertiggestellt (Hauptstifter: Agramer Bischof Emerik Eszterházy, Agramer Propst Pavle Češković, Künstler: Anton Joseph Quadrio). 1729–1730 ließ Emerik Eszterházy (Imre Eszterházy, bereits als Graner Erzbischof) der berühmte Bildhauer Francesco Robba aus Ljubljana ein neuer Altar des Hl. Ignatius anfertigen. Im Jahr 1727 wurde ein achttägiges Fest zur Heiligsprechung des Aloysius von Gonzaga und des Stanislaus von Kostka abgehalten. Die Kirche wurde bei den Stadtbränden von 1706 und 1731 kaum beschädigt. Das illusionistische Gemälde hinter dem Hauptaltar (Diskussion der Heiligen Katharina mit den alexandrinischen Philosophen) stammt von Andrej Kristof Jelovšek (1762), der möglicherweise auch der Künstler des neuen, zeitgleichen Marmor-Hochaltars war.
An der Südseite der Katharinenkirche baute Helena Ručić geb. Pataćić die Loretokapelle, die 1665 von Agramer Bischof Petar Petretić (1648–1667) geweiht wurde. Nach dem Brand von 1674 wurde sie wiederaufgebaut. Im Jahr 1726 wurde ein Turm angebaut, und 1729 ließ der Agramer Domherr Matija Augustić, ein Altarbild aus Marmor von Francesco Robba anfertigen. (Die Kapelle wurde 1875 abgerissen.)

Jesuitenhäuser

45.81476, 15.9743


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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