Die Schule eröffnete im November 1666 mit vier Klassen, ab 1667 kamen die Poetik und ab 1668 die Rhetorik hinzu. (Das Jesuitengymnasium stürzte die bereits angeschlagene städtische Lateinschule in eine Krise, dennoch wurde diese nicht aufgehoben.) Die als Einleitung fungierende parvistische Klasse war auch organisiert. Die Anzahl der Lehrer betrug immer drei, mit einem Magister für je zwei Klassen. Die Schülerzahl schwankte zwischen 61 und 200, bei einem Durchschnitt von etwa 130. Die Schule deckte hauptsächlich den lokalen und in geringerem Maße den regionalen Bedarf ab, wobei die Schüler aus Niederösterreich, der Steiermark und Westungarn kamen. In der Regel gab es ein oder zwei (selten drei) Theateraufführungen pro Jahr, manchmal im kaiserlichen Theater (in der Burg).
Als Wien 1683 von den Osmanen belagert wurde, flohen viele der Wiener Jesuitenschüler vorübergehend nach Wiener Neustadt. Während des Rákóczi-Aufstandes wurde der Unterricht in den Jahren 1703–1704 wegen der Einquartierungen unterbrochen. Im Jahr 1717 sorgten eine Pestepidemie und 1768 ein starkes Erdbeben für eine außergewöhnliche Unterrichtspause.
Nach 1773 wurde das Gymnasium aufgelöst, und erst 1910 wurde in der Stadt wieder ein Gymnasium eröffnet.
Gebäude
Gymnasium. 1666–1773.
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041.
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