Gebäude
Kirche St. Michael (Studienkirche, Jesuitenkirche)
Beschreibung

Sie ist die bedeutendste Barockkirche der Stadt, und ihre Altäre, Innendekoration, innere Ausstattung und Stuckarbeiten sind besonders wertvoll, da sie weitgehend in ihrer ursprünglichen Form erhalten sind. Die Jesuiten planten, die Kirche gleichzeitig mit dem Kolleg zu bauen (sie war auch in den Plänen von Johann Isfording SJ enthalten), aber aus unterschiedlichen Gründen verzögerte sich der Bau um etwa 50 Jahre. Seit 1623 haben die Jesuiten die Spenden für den Bau getrennt gesammelt und administriert. Der Stifter, Fürstbischof Leopold, spendete 29.500 Gulden für diesen Zweck. Schließlich begann man 1660 mit dem Bau der Kirche, wobei der ursprüngliche Plan westlich des Kollegiengebäudes, auf der Südseite der Schustergasse, geändert wurde. Sieben weitere Gebäude erwarben die Jesuiten (1660–1661) und ließen sie abrissen. Wegen des Stadtbrandes im Jahr 1662 verzögerten sich die Bauarbeiten, und fingen nur unter den Rektoren Heinrich Herdingh SJ (2. November 1661–23. November 1664) und Nicolaus Avancini (23. November 1664–16. September 1666) an. Der Baumeister war Pietro Francesco Carlone, der wahrscheinlich von seinem Sohn Carlo Antonio Carlone unterstützt wurde. Der Bau war bis 1670 unter Dach gebracht, aber die Jurisdiktionsstreit mit Fürstbischof Wenzel von Thun (über die Pfarren von Traunkirchen) verhinderte weitere Arbeiten bis 1673. Die Bauarbeiten endeten zwischen 1674 und 1677. Die Stuckarbeiten im Inneren wurden vermutlich unter der Leitung von Giovanni Battista Carlone ausgeführt (1674–1676). Die Ingebrauchnahme der Kirche erfolgte am 31. Juli 1677, die Weihe der sieben Altäre (sechs Seitenaltäre und ein provisorischer Hochaltar) durch Fürstbischof Sebastian von Pötting am 14. November desselben Jahres.
An der zweitürmigen Hauptfassade befindet sich eine Statue des heiligen Michael, wahrscheinlich ein Werk von Johann Seitz. Die tonnengewölbte Wandpfeilerkirche hat Seitenemporen und sechs Seitenkapellen mit Seitenaltären, die der Werkstatt von Johann Seitz und Matthias Högenwald zugeschrieben sind. Die Seitenaltäre auf der linken Seite (vom Eingang aus) sind der hl. Johannes Nepomuk (ursprünglich der hl. Franz Xaver), der hl. Josef, und die Himmelfahrt Mariä; auf der rechten Seite (vom Eingang aus) sind der hl. Judas Thaddäus, der hl. Leopold, und der hl. Ignatius. Der Hauptaltar wurde bis 1714 von Christoph Tausch SJ (jesuitischer Laienbruder) entworfen; das Hauptaltarbild stellt den Engelsturz dar, ein Frühwerk von Carlo Innocenzo Carlone. Die Orgel ist ein Werk des Passauer Orgelbauers Johann Ignaz Egedacher.
Die Sakristei befindet sich an der Südseite des Chorraums, darüber befindet sich – wie bei den Jesuiten üblich – ein Oratorium, das für Versammlungen der Kongregationen genutzt werden durfte. Dieser Teil der Kirche ist mit dem Kolleg durch einen oben verlaufenden Gang verbunden.
Das Kircheninnere wurde 1974 restauriert.

Jesuitenhäuser

48.573698, 13.469802


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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