Geprüft von Martin Scheutz. 31.05.2025.
Ort

Passau
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, Bistum Passau

Zeit, Institutionstyp
ab bis Institutionstyp
1606 1612 missio
1613 1617 collegium collegium cum superiore
1618 1773 collegium
Übergeordnete Jesuitenhäuser
ab bis Institutions
1606 1612 collegium
Untergeordnete Jesuitenhäuser
ab bis Institutions
1623 1773 residentia Residentia Traunkirchana
Aufhebung
1773
Geschichte

Der Stifter des Kollegs war der Passauer Fürstbischof Leopold I. (als Leopold V. Erzherzog von Österreich, der Sohn von Erzherzog Karl II.), der vom Grazer Erzherzogshof in die Jesuitenschulen von Judenburg und Graz geschickt wurde und im Alter von zehn Jahren die vier niederen Weihen empfing. Ab 1598 stand er an der Spitze des Bistums Passau, übernahm aber erst in seinem 19. Lebensjahr, 1605, die eigentliche Administration der Diözese. Er engagierte sich in der Gegenreformation und strebte sowohl nach politischem Ansehen als auch nach militärischem Ruhm. Im internen Kampf der habsburgischen Dynastie (Bruderzwist) schlug er sich auf die Seite von Kaiser Rudolf II. Leopold griff 1609/1610 in den Jülich-Klevischen Erbfolgestreit ein. Von dort erfolglos zurückgekehrt, zog sein Söldnerheer (das „Passauer Kriegsvolk“) Ende 1610 plündernd und brandschatzend durch Oberösterreich und Böhmen und marschierte dann mit Leopold, der die Kaiserkrone anstrebte, in Prag-Kleinseite ein, was zu einer Welle an Gewalt gegen Katholiken, insbesondere Kleriker (Geistliche, Mönche, Nonnen), in der dort wohnenden (innerstädtischen) Bevölkerung führte. Leopold war gezwungen, sich von Matthias (gekrönter König von Ungarn) zurückzuziehen. Mittlerweile war Matthias von den böhmischen Ständen zum König gewählt worden, und Leopold kehrte nach Passau zurück. Die jesuitischen Erinnerungen gehen nicht auf das umstrittene politische und militärische Engagement des Erzbischofs in dieser Zeit ein, sondern betonen seine spätere politische und militärische Unterstützung für Ferdinand II. und sein Engagement für die Gesellschaft Jesu. Leopold war ab 1608 auch Administrator des Bistums Straßburg. Nach dem Tod seines Onkels, Erzherzog Maximilian III. (der Deutschmeister), wurde er ab 1619 Statthalter von Tirol und Vorderösterreich. 1625 trat er von seinen kirchlichen Ämtern zurück und bat um Dispens von den niederen Weihen. 1626 heiratete er in Innsbruck Claudie de‘ Medici, mit der er fünf Kinder bekam. Er blieb auch nach der Passauer Gründung ein wichtiger Förderer der Gesellschaft Jesu, u.a. als Stifter der Innsbrucker Jesuitenkirche, wo er auch begraben wurde.
Ab 1605 war Henricus Vivarius (Aquensis) SJ als Leopolds Prediger und Beichtvater und Christoph L’Abbé SJ († 17.09.1607) als sein Theologieprofessor in Passau tätig. Sein Platz hat 1607 Johann Bapt. L’Abbé übernommen, der ab 1610 Superior der zweiköpfigen Mission wurde. Vivarius blieb bei Leopold, reiste Ende 1611 nach Rom (um über das Vorgehen des Erzherzogs zu berichten), und wurde 1612 der erste Obere des Passauer Kollegs (bis 1616). Im Provinzkatalog von 1613 wird Passau erstmals als Kolleg mit zehn Mitgliedern aufgeführt, aber atypisch für die Jesuiten stand erst 1616 ein Rektor an der Spitze des Kollegs. Johann Isfording SJ, der eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Kollegs spielte, war 1613 wirtschaftlicher Verantwortliche des Kollegs und Leiter der Bauarbeiten (procurator et praefectus fabricae), daneben 1614 Vizesuperior und 1616 Superior. 1618 wird Isfording erstmals als Rektor in den jährlichen Personenkathalogen aufgeführt – er leitete das Kolleg jedoch bis 1631.
Nachdem das Passauer Domkapitel 1606 die Kolleggründung abgelehnt hatte, nahm Leopold im November 1611 die Verhandlungen auf und holte die Zustimmung des Generaloberen der Jesuiten, Claudio Aquaviva SJ, ein. Auch diesmal lehnte das Domkapitel die Gründung ab und begründete dies mit dem Schaden und der Verschuldung des Hochstifts und der Tatsache, dass die Diözese zwölf Alumnen an der Universität Wien finanziere, die der diözesanen Priesterausbildung dienen sollten. Der Widerstand des Domkapitels mag nicht nur durch persönliche Antipathie genährt worden sein, sondern auch durch die Furcht vor den Kosten, die ihnen oder der Diözese durch die Aufrechterhaltung eines Jesuitenkollegs bzw. einer Jesuitenschule entstehen würden, und vor dem Einfluss der Jesuiten auf die Ausbildung des Priesternachwuchses.
Am 11. Februar 1612 stellte Leopold dennoch seinen ersten Fundationsbrief aus: Die Stiftung war eine Art Entschädigung für die Schäden, die dem Hochstift und der Diözese Passau in den Feldzügen der vorangegangenen Jahre zugefügt worden waren, die neuere Forschung sieht darin jedoch eine bewusste Macht- und Erinnerungsbildung Leopolds. Laut Stiftungsurkunde waren die Beweggründe des Stifters der Priestermangel, die „ketzerische“ (protestantische) Anwesenheit und die Notwendigkeit, die Jugend im katholischen Sinn zu erziehen. Die Stiftungskapital des Kollegs bestand aus einer Summe von 50.000 Gulden, die Leopolds Bruder, der spätere Kaiser, Ferdinand, am 1. Januar 1612 im Rahmen der Regelung des habsburgischen Familienvermögens in der Steiermark als Schuldverschreibung ausgestellt hatte. Diese Summe sollte, wie von den Stiftern vorgesehen, beim Salinenamt Aussee deponiert und mit 6 % Zinsen, also 3.000 Gulden pro Jahr, für den Unterhalt des neuen Kollegs verwendet werden. Nach dem Willen des Stifters wurde die Jesuitenschule im März 1612 eröffnet und der Grundstein des neuen Kollegs am 1. November desselben Jahres gelegt (unter Abwesenheit des Domkapitels aus Protest).
Ende 1615 wurde eine Einigung mit dem Domkapitel erzielt, und am 22. Dezember 1615 wurde der (zweite) Stiftungsbrief vom Leopold ausgestellt. Neben der Dotation und den jährlichen Zinsen wurden in der Urkunde auch die zu übergebende Passauer Bürgerhäuser festgelegt, das Dokument sah die Einrichtung eines vollständigen Gymnasiums und später eines Philosophie- und Theologiekurses vor. Die etwa 26 Bürgerhäuser, die den Jesuiten übergeben wurden, waren jedoch nicht primär im Interesse des Domkapitels, sondern des Benediktinerklosters von Niedernburg. Das Kloster befand sich im westlichen Teil der Innenstadt, umgeben von einem großen Garten und einer Mauer, und hatte eine Art Gerichtsbarkeit über die umliegenden Häuser. Am 31. Dezember 1616 wurde die Äbtissin vom Fürstbischof Leopold und Domdechant Marquard von Schwendi (als Vertreter des Domkapitels) gezwungen, die dem Jesuitenkollegium und der Jesuitenkirche zugewiesenen Ländereien und Häuser abzutreten, wofür der Erzbischof im Gegenzug zwei Halbhöfe in Hochwegen überließ.
Damit standen dem Kollegium und der Kirche zwar ausreichend Grundstücke innerhalb der Stadt zur Verfügung, die materielle Basis für das Kolleg erwies sich jedoch als unzureichend. Deshalb genehmigte Papst Gregor XV. auf Bitten von Fürstbischof Leopold und seinem Bruder Kaiser Ferdinand II. die Übertragung des ‚leerstehenden‘ ehemaligen Benediktinerklosters Traunkirchen am Traunsee (in Oberösterreich) mit allen Gebäuden, Rechten und Besitzungen an das Jesuitenkolleg Passau (24. September 1621). Tatsächlich übernahm das Passauer Kolleg das Kloster und Herrschaft Traunkirchen in den Jahren 1622/1623, das bis zur Aufhebung des Ordens mit sechs bis zwölf Mitgliedern pro Jahr als Residenz des Passauer Kollegs fungierte und als Wirtschaftszentrum (abgesehen von einigen besonders unrentablen Jahren) eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des Mutterhauses in Passau spielte. 1709 wurde der Gesamtwert der Stiftungen und des Vermögens des Passauer Kollegs auf 350.000 Gulden geschätzt, wovon der größte Teil auf das Herrschaft Traunkirchen entfiel (ca. 240.000 Gulden).

Stiftung

Grundlage für die Stiftung des Kollegs war eine Schenkung des Fürstbischofs Leopold von Passau in Höhe von 50.000 Gulden, die beim Salinenamt Aussee hinterlegt (1. Januar 1612) und mit jährlich 6 % verzinst wurde. Leopolds zweiter Stiftungsurkunde vom 22. Dezember 1615 bestätigte dies und legte die den Jesuiten zu überlassende Grundstücke und Häuser in der Innenstadt fest (ca. 26 Bürgerhäuser im westlichen Teil der Innenstadt). Durch die gemeinsamen Bemühungen von Fürstbischof Leopold und Kaiser Ferdinand II. wurden zwischen 1621 und 1623 die gesamten Gebäude und Grundstücke des ehemaligen Benedikterinnenklosters Traunkirchen am Traunsee dem Passauer Jesuitenkolleg einverleibt. Von da an war es vor allem dieser Besitz, der die finanzielle Grundlage für das Kolleg und Gymnasium bildete.

Mitgliedschaft

Die jesuitische Mission kam 1605 mit Fürstbischof Leopold nach Passau. In den jährlichen Personenkatalogen wird die Niederlassung ab 1613 als Kolleg bezeichnet. Das Kolleg wurde jedoch erst 1618 von einem Rektor geleitet, als Johann Isfording SJ drei weitere Priester, sechs Magister und fünf Laienbrüder leitete. Die Ordensmitglieder waren zunächst im bischöflichen Palais (am Hof des Fürsten) untergebracht und zogen im März 1612 in das so genannte Steuber’sche Haus, wo die Schule Ende März 1612 eröffnet wurde und im folgenden Jahr etwa 200 Schüler in vier Klassen zählte. Ab 1616 (abgesehen von Ausnahmen wie dem Stadtbrand von 1662) war das Gymnasium mit sechs Klassen und sechs Magister tätig. Die höhere (akademische) Ausbildung begann ab 1622, aber lange Zeit bedeutete dies die regelmäßige Anwesenheit von zwei Professoren, mehr Professoren gab es in Passau erst ab den 1690er Jahren (als auch die philosophische Ausbildung organisiert wurde), und im 18. Jahrhundert unterrichteten in der Regel jährlich fünf Professoren an der Akademie (den Regenten des Seminars nicht mitgerechnet). Vor allem durch ihre theologische Ausbildung spielten die Jesuiten eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung von Diözesanpriestern und von Nachwuchs der umliegenden Klöster. Im Jahr 1638 eröffneten sie ein Seminar bzw. Konvikt, in dem auch ein oder zwei Jesuiten eine feste Anstellung erhielten (regens und socius regentis d. h. magister alumnorum). Die Zahl der Jesuitenscholastiker in Passau war gering, aber die jüngsten Ordensmitglieder, die Rhetorik studierten, und die „novitii coadiutores“ (Novizen, die sich als Laienbrüder vorbereiteten) waren regelmäßig unter ihnen. Scholastiker, die an der Akademie studierten, waren eher eine Ausnahme. Die Jesuitengemeinschaft des Kollegs umfasste also ab den 1640er Jahren in der Regel zwischen 25 und 30 Personen.
Der Rahmen der jesuitischen Tätigkeit wurde wesentlich durch die Beziehung zu den jeweiligen Fürstbischöfen bestimmt. Von der Gründung bis zur Aufklärung fungierte einer der Jesuitenpriester als bischöflicher Domprediger (concionator cathedralis ecclesiae). Das Kolleg stand in geistlichem und wirtschaftlichem Kontakt mit mehreren Klöstern und Stiften in der Umgebung, darunter dem Zisterzienserkloster Aldersbach, dem Zisterzienserkloster Reitenhaslach und dem St. Nikola Augustiner Chorherrenstift. Das Leben der Jesuitengemeinschaft wurde durch die gelegentliche Ankunft von Flüchtlingen (manchmal gleichzeitig zehn bis 40 Jesuiten) aus Süddeutschland und Böhmen während des Dreißigjährigen Krieges erschwert.
Zunächst (ab 1611) nutzten die Jesuiten die kleine Michaelerkirche als ihre eigene Kirche, dann diente das Oratorium im Untergeschoss des Westflügels des neuen Kolleggebäudes ab 1616 als Notkirche. Nach dem Stadtbrand von 1662 haben sie die Spitalkirche vorübergehend für Predigten, Messen und Beichten genutzt, während der jesuitische Domprediger weiterhin seine Aufgaben wahrnahm. Erst 1677 konnte die neu erbaute barocke Michaelerkirche eingeweiht werden, und von da an war die seelsorgerische Tätigkeit nicht mehr durch den bisherigen Platzmangel eingeschränkt.
Die seelsorgerische Arbeit der Jesuiten war seither vor allem mit ihrer neuen Kirche verbunden. Die Zahl der Kommunikanten stieg von 4.000 im Jahr 1625 auf 9.000 im Jahr 1625, 11.800 im Jahr 1640, 33.000 im Jahr 1702 und 48.000 im Jahr 1768.
Im 18. Jahrhundert entstand eine neue Form der katechetischen Mission, bei der Ignatius Querk SJ (†1743) eine der Schlüsselfiguren im Bistum Passau während des Episkopats von Joseph Dominikus Lamberg (1723–1761) war.

Zunahme der Mitgliedschaft
Gebäude, Lage in der Stadt

Sie ist die bedeutendste Barockkirche der Stadt, und ihre Altäre, Innendekoration, innere Ausstattung und Stuckarbeiten sind besonders wertvoll, da sie weitgehend in ihrer ursprünglichen Form erhalten sind. Die Jesuiten planten, die Kirche gleichzeitig mit dem Kolleg zu bauen (sie war auch in den Plänen von Johann Isfording SJ enthalten), aber aus unterschiedlichen Gründen verzögerte sich der Bau um etwa 50 Jahre. Seit 1623 haben die Jesuiten die Spenden für den Bau getrennt gesammelt und administriert. Der Stifter, Fürstbischof Leopold, spendete 29.500 Gulden für diesen Zweck. Schließlich begann man 1660 mit dem Bau der Kirche, wobei der ursprüngliche Plan westlich des Kollegiengebäudes, auf der Südseite der Schustergasse, geändert wurde. Sieben weitere Gebäude erwarben die Jesuiten (1660–1661) und ließen sie abrissen. Wegen des Stadtbrandes im Jahr 1662 verzögerten sich die Bauarbeiten, und fingen nur unter den Rektoren Heinrich Herdingh SJ (2. November 1661–23. November 1664) und Nicolaus Avancini (23. November 1664–16. September 1666) an. Der Baumeister war Pietro Francesco Carlone, der wahrscheinlich von seinem Sohn Carlo Antonio Carlone unterstützt wurde. Der Bau war bis 1670 unter Dach gebracht, aber die Jurisdiktionsstreit mit Fürstbischof Wenzel von Thun (über die Pfarren von Traunkirchen) verhinderte weitere Arbeiten bis 1673. Die Bauarbeiten endeten zwischen 1674 und 1677. Die Stuckarbeiten im Inneren wurden vermutlich unter der Leitung von Giovanni Battista Carlone ausgeführt (1674–1676). Die Ingebrauchnahme der Kirche erfolgte am 31. Juli 1677, die Weihe der sieben Altäre (sechs Seitenaltäre und ein provisorischer Hochaltar) durch Fürstbischof Sebastian von Pötting am 14. November desselben Jahres.
An der zweitürmigen Hauptfassade befindet sich eine Statue des heiligen Michael, wahrscheinlich ein Werk von Johann Seitz. Die tonnengewölbte Wandpfeilerkirche hat Seitenemporen und sechs Seitenkapellen mit Seitenaltären, die der Werkstatt von Johann Seitz und Matthias Högenwald zugeschrieben sind. Die Seitenaltäre auf der linken Seite (vom Eingang aus) sind der hl. Johannes Nepomuk (ursprünglich der hl. Franz Xaver), der hl. Josef, und die Himmelfahrt Mariä; auf der rechten Seite (vom Eingang aus) sind der hl. Judas Thaddäus, der hl. Leopold, und der hl. Ignatius. Der Hauptaltar wurde bis 1714 von Christoph Tausch SJ (jesuitischer Laienbruder) entworfen; das Hauptaltarbild stellt den Engelsturz dar, ein Frühwerk von Carlo Innocenzo Carlone. Die Orgel ist ein Werk des Passauer Orgelbauers Johann Ignaz Egedacher.
Die Sakristei befindet sich an der Südseite des Chorraums, darüber befindet sich – wie bei den Jesuiten üblich – ein Oratorium, das für Versammlungen der Kongregationen genutzt werden durfte. Dieser Teil der Kirche ist mit dem Kolleg durch einen oben verlaufenden Gang verbunden.
Das Kircheninnere wurde 1974 restauriert.

An die Südseite der Kirche schließt sich die Xaverius-Kapelle (1725–1730) an, deren Stuckdekoration und drei Altäre (von denen heute nur noch der Hochaltar erhalten ist) den Brüdern Giovanni Battista und Domenico d‘Allio zugeschrieben werden. Das Altarbild und das Deckenfresko stammen von dem Wiener Maler Anton Herzog.

(Stand an der Stelle der heutigen Katholisch-Theologischen Fakultät.) Die Jesuiten erhielten 1611 von Fürstbischof Leopold die kleine mittelalterliche Kirche, die sich jedoch von Anfang an als zu klein für ihre pastoralen Zwecke erwies. (Sie war ursprünglich als Friedhofskapelle der Abtei Niedernburg gebaut.) Die Kirche stand möglicherweise an der Stelle des späteren Jesuitengymnasiums und wurde 1636 abgerissen. Bis 1677 ließ die Gesellschaft Jesu eine neue, geräumige Kirche gleichen Namens an der Westseite des Kolleggebäudes errichten. Der Standort der mittelalterlichen Kirche ist unter dem Namen Michaeligasse erhalten.

Für den Bau des Jesuitenkollgs zog Fürstbischof Leopold ein erfahrener Jesuit seiner Diözese Straßburg hinzu, das zuvor den Wiederaufbau des Jesuitenkollegs in Molsheim geleitet hatte, Johann Isfording SJ. Isfording war praefectus fabricae, procurator und fabricae architectus (ab 1613, unter verschiedenen Titeln), außerdem leitete er die Niederlassung und die Bauarbeiten als vicesuperior (1614–1615), superior (1616–1617) und rector (1618–1631).
Mit Zustimmung von Fürstbischof Leopold wurde der Bauplatz im Bereich von etwa 20 mittelalterlichen Häusern am Innufer und dem sogenannten Schäzlgarten, westlich des Klosters Niedernburg, festgelegt: Ein ganzes mittelalterliches Häuserviertel mit einer Straße („zum Stadl“) und zwei Gässchen (zum Inn) fiel dem Bau zum Opfer. Die Häuser kauften die Jesuiten, und mit der Äbtissin der Abtei Niedernburg (für die vom Kloster verlorenen Rechte) fanden gezielte Verhandlungen statt. Der Prozess verlief langsam. Am 29. Oktober 1612 legte der Fürstbischof inmitten der Ruinen den Grundstein für das Kolleg. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1613. In der (zweiten) Stiftungsurkunde von 1615 wurde das Gebiet des Bauplatzes erneut festgelegt, wobei der Erwerb weiterer Grundstücke bzw. Häuser für die Jesuiten innerhalb der Stadt von der Genehmigung des Fürstbischofs und des Domkapitels abhängig gemacht wurde. Isfordings Plan sah den Bau eines Kollegs, einer Schule und einer Kirche vor, woraus schließlich das Kolleg in der ursprünglich geplanten Form entstand.
Der dreiflügelige, U-förmige Gebäudekomplex hatte ursprünglich eine Renaissance-Fassade zum Inn hin. Die sechs Rundnischen der ursprünglichen Fassade sind noch in Höhe des ersten Stocks erhalten. In den Jahren 1614–1615 wurde der West- und dann der Südflügel (mit Erkerturm) angebaut, 1616 kam der Ostflügel hinzu, und im Untergeschoss des Westflügels entstand (wegen der Enge der mittelalterlichen Michaelerkirche) ein neuer Kirchensaal (Oratorium). Der Turm an der Nordseite des Westflügels diente wahrscheinlich als Glockenturm. Das Oratorium wurde am 9. Juni 1616 in Gebrauch genommen. 1618 war der Bau des Kollegs abgeschlossen und die Jesuiten zogen in das neue Gebäude ein, die Gemeinde bestand zu diesem Zeitpunkt aus 15 Mitgliedern. Im Erdgeschoss am westlichen Ende des Südflügels befand sich das Refektorium, daneben das Lavatorium und die Küche. Vor der Küche entstand in der Mitte der Südfassade ein Erkerturm, von dessen Untergeschoss ursprünglich eine Treppe zum Tor am Inn hinunterführte. In der nördlichen Hälfte des Ostflügels, vermutlich im ersten und zweiten Obergeschoss, wurde ein zweigeschossiges Oratorium errichtet.
Beim Stadtbrand von 1662 erlitt das Kolleg schwere Schäden, obwohl die Struktur des Gebäudes und die Mauern stehen blieben. Ein Teil der Jesuiten flüchtete nach dem Brand aufs Land, aber etwa zehn von ihnen fanden Unterkunft im jesuitischen Gartenhaus auf der anderen Seite des Inns und organisierten von dort aus den Wiederaufbau des Kollegs. Am 30. August 1664 zogen die Ordensmitglieder wieder in das Kolleg ein. Beim Wiederaufbau wurde die ursprüngliche Form des Gebäudes wesentlich verändert, wobei der damalige Rektor Heinrich Herdingh SJ eine wichtige Rolle gespielt haben soll. Die Neugestaltung des Kollegs könnte mit einem Mitglied der Familie Carlone zusammenhängen, die (wahrscheinlich) die Jesuitenkirche entworfen und gebaut hat. Die dem Inn zugewandte Fassade wurde mit Dachstirnmauer erhöht, so dass der Erkerturm einbezogen wurde. Weder der Figurenschmuck an der Südfassade noch das Glockentürmchen am Nordende des Westflügels blieben erhalten. Allerdings errichtete man am Nordende des Ostflügels einen Uhrturm (Observatorium). Die Jahreszahl 1664 und ein Monogramm von Maria, Josef und Jesus (IHS) könnten in dieser Bauphase über dem westlichen Eingangstor zur Michaeligasse angebracht worden sein. Das Refektorium ist erhalten geblieben. Seine Stuckdekoration ist wesentlich später, sie stammt aus der Zeit um 1760. Der Ost- und der Südflügel des Südtrakts waren größtenteils Wohnräume, wobei das erste und zweite Obergeschoss ebenfalls größtenteils von Wohnzellen (mit zwei Fenstern) belegt waren. In der nördlichen Hälfte des Ostflügels errichtete man im Erdgeschoss das Oratorium (also die Kongregationskapelle), darüber ein Bibliothekssaal, denen Stuckdekoration aus ca. 1740 stammt. Das Stiegenhaus im Westflügel (untere Hälfte) wurde um 1715 verziert (Stuckierung, stuckierte und gemalte Landschaften).

Das Haus erhielt 1612 von Fürstbischof Leopold die Jesuiten, die im März 1612 vom Fürstbischöflichen Hof hierher zogen und ihr Gymnasium eröffneten. Im Jahr 1613 bestand die Jesuitengemeinschaft aus zehn Mitgliedern und die Schule wurde von etwa 200 Schülern besucht. Die Schule blieb hier bis 1614, danach diente das Haus bis 1616 (oder eventuell länger) als Wohnhaus für die Jesuiten. 1637 ging das Haus in den Besitz des Fürstbischofs über, und von 1638 bis 1662 befand sich hier das Seminar bzw. das Konvikt. Beim Stadtbrand von 1662 wurde es so stark beschädigt, dass die Ruine verkauft wurde.

Fürstbischof Leopold kaufte das Haus im Jahr 1614 und übergab es am 15. und 16. November 1615 an die Jesuiten zum Zwecke der Errichtung einer Schule. Das Haus stand wahrscheinlich an der Stelle des späteren Gymnasiums der Jesuiten, neben der (mittelalterlichen) Michaelerkirche. Es wurde bis 1662 als Schule genutzt, dann brannte es ab und wurde nicht wieder aufgebaut, sondern ein neues Schulgebäude errichtete man an seiner Stelle.

Bis 1662 befand sich die Schule im Rottmayer’schen Haus. Bis 1698 wurde die neue Schule nördlich des Jesuitenkollegs gebaut, was 10.000 Gulden kostete. Von 1664 bis 1696 befand sich die Schule im Kolleggebäude, im Jahr 1696 verlegte man der Unterricht in das neue Schulgebäude. (Die vorübergehend von der Schule genutzten Räume haben die Jesuiten wieder in Wohnräume des Kollegs umgewandelt.) In der neuen Schule diente der Saal der Rhetorikklasse als (kleines) Schultheater, aber es entstand auch ein größerer Theatersaal an der Ostseite des Gebäudes im ersten und zweiten Stockwerk (zwei Stockwerke hoch), wahrscheinlich um 1690 fertiggestellt. Im Erdgeschoss befanden sich fünf Klassenzimmer für den gymnasialen Unterricht und der erwähnte Saal für die Rhetorik. Im ersten Stock befanden sich (neben dem großen Theatersaal) zwei Hörsäle für die Philosophie- und Theologiestudenten, im zweiten Stock kleinere Nebenräume und Lagerräume. Das Gebäude hatte zwei Eingänge, einen von Norden (Jesuitengasse) und einen von Westen (Michaeligasse). Der Eingang zur Michaeligasse hin war mit einer großen Statue der Madonna mit dem Jesuskind geschmückt, wahrscheinlich von dem Passauer Künstler Josephus Matthias Götz. Darüber, auf dem Dach des Gebäudes, befand sich ein hölzerner Glockenturm.

1668 kauften die Jesuiten mit Hilfe von Fürstbischof Wenzel von Thun das ehem. Wiffinger- oder Aicherhaus in der Nähe ihres Schulgebäudes für das Seminar bzw. Konvikt, und sie ersetzten damit das 1662 abgebrannte Steuber’sche Haus. Der Bau des neuen Seminars verzögerte sich jedoch durch den langwierigen Kirchenbau, dann durch den Streit mit Fürstbischof Wenzel Thun (wegen der Rechte an Traunkirchen, 1670–1673) und schließlich durch einen weiteren Stadtbrand im Jahr 1680. Schließlich entstand zwischen 1690 und 1693 der Neubau des Priesterseminars, der von Fürstbischof Johann Philipp Graf von Lamberg finanziert wurde (ca. 5000 Gulden) und in Erinnerung an den Bischof einen neuen Namen erhielt: Seminar und Konvikt St. Ignatius und Philippus Neri. Der Hauptaltar der Seminarkapelle stellte die beiden Schutzheiligen dar. Dieser Neubau, dessen Architekt unbekannt ist, beherbergte ab 1693/1694 das von Fürstbischof Lamberg (neu) gestiftete Seminar. Der Südflügel, der der Schule zugewandt ist, enthält ein Refektorium, eine Küche und ein Museum. Im Ostflügel befanden sich die Kapelle und eine Sakristei, und im schmaleren Nordflügel die Gesinderäume. Im Obergeschoss befanden sich vermutlich Schlafsäle und die Zimmer des Rektors.
Das Gebäude befand sich ab 1784 in Privatbesitz und ging 1815 in den Besitz der Stadt über. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es zunächst teilweise, dann vollständig für Bildungszwecke genutzt (Volksschule, gewerbliche Fortbildung, städtische Berufsschule, Handelsschule). 1870 wurde es um ein Stockwerk aufgestockt. Zwischen 1969 und 1972 erfolgte der Umbau zur Stadtbibliothek, der Innenhof erhielt einen Lesesaal und das Refektorium diente als Ausstellungsraum.

An der Ostseite des Kollegs, in der Nähe des Innufers und des Schaiblingsturms, befand sich ein separates Gebäude, in dem die zum Jesuitenkolleg gehörenden Bediensteten, Gärtner, Schneider, Küchengehilfen, Schneider usw. („familia“) wohnten. Im Jahr 1709 waren hier auch drei Schüler untergebracht. Nach 1773 ging das Gebäude in Privatbesitz über, und Mitte des 19. Jahrhunderts kaufte es die Stadt und ließ es als Kinderbewahranstalt umbauen.

Verbundene/Weitere Einrichtungen

Ab 1606 verhandelte Fürstbischof Leopold mit dem Passauer Domkapitel über die Errichtung eines Seminars (als Diözesanseminar). 1623 wurden die Gespräche zwischen dem Fürstbischof, dem Domkapitel und den Jesuiten wieder aufgenommen, doch konnten sie die Frage der Finanzierung nicht klären. Erzherzog Leopold Wilhelm nahm die Verhandlungen 1635 wieder auf. Er initiierte, zwei Diözesanseminare, eines in Passau und eines in Wien, einrichten. Am 31. März 1637 einigte sich Erzherzog Leopold Wilhelm mit dem Jesuitenkolleg auf die Errichtung des Seminars. Die Akademie der Jesuiten war ab 1638, als das Seminar eröffnet wurde, wieder und dauernd tätig. Zu den Studenten gehörten zunächst jährlich 2–7 jesuitische Scholastiker, die gemeinsam mit den Seminaristen ausgebildet wurden, aber im Jesuitenkolleg wohnten. Neben ihnen besuchten auch Mitglieder anderer religiösen Orden die philosophischen und theologischen Vorlesungen.
Das Seminar war von Anfang an als gemischte Einrichtung konzipiert – es nahm auch weltliche Alumnen aus Bayern auf – und diente ab (spätestens) 1643 auch als adeliges Konvikt. Neben den 10–12 Alumnen pro Jahr, die sich aus den bischöflichen und weiteren Stiftungen finanzierten, beherbergte es auch Konviktsstudenten, d.h. selbstfinanzierte weltliche Studenten adliger Herkunft. Von 1638 bis 1662 war das Seminar im Steuber’schen Haus untergebracht. 1662 wurde das Haus bei dem großen Stadtbrand zerstört, wobei der Schaden so enorm war, dass die Ruine verkauft wurde. Im Jahr 1668 erwarben die Jesuiten an der Nordseite der Jesuitenschule ein Grundstück für das Priesterseminar. Das Seminargebäude wurde jedoch erst später (1690–1693) aufgebaut, als die Schenkungen von Fürstbischof Johann Philipp Graf von Lamberg die Bauarbeiten finanzieren konnten. Lamberg errichtete auch eine neue Stiftung zur Versorgung der Alumnen, damit war das Seminar völlig neuorganisiert.
Ab 1693/1694 war das Seminar im neuen Haus untergebracht, das nun zu Ehren des neuen Stifters, des Fürstbischofs Seminar und Konvikt St. Ignatius und Philippus Neri hieß. Fürstbischof Lamberg bestimmte auch die Seminarordnung, den Seminarbetrieb und die Auswahl der Alumnen. Über die Aufnahme in das Seminar entschied der Bischof, die Eintretenden mussten bereits Rhetorikstudiert haben. Die Einrichtung wurde von den Jesuiten geleitet, die Alumnen studierten an der jesuitischen Akademie. Der Bischof stellte für das Seminar ein jährliches Einkommen von 1120 Gulden und für die philosophische Ausbildung ein weiteres jährliches Einkommen von 1150 Gulden zur Verfügung. Das Seminar diente in der Folge auch als adeliges Konvikt: Die Jesuiten durften selbstfinanzierte Konviktsschüler aufnehmen, die aber getrennt von den Alumnen Schlaf- und Studienräume (Museen) benutzen mussten. Ursprünglich (1693/1694) gab es sechs geistliche Alumnen.
Nach den Personenkatalogen der Jesuitenprovinz und den von Eggersdorfer veröffentlichten, zu klärenden (lokalen) Daten wurde das Seminar zwischen 1669 und 1671 von einem Regenten geleitet, der auch in der akademischen Ausbildung tätig war. Von 1673 bis 1688 erscheint jedoch statt eines Seminarregenten der Prokurator oder Minister des Kollegs und in einigen Jahren der Präses der Bürgerkongregation selbst als Verantwortlicher für das Seminar („habet curam seminarii“ „habet curam bonorum seminarii“), nicht aber als Regens. Dies bedeutet, dass jemand das Vermögen des Seminars, das frühere Stiftungskapital und das gekaufte Haus verwalten und administrieren musste, aber das Seminar funktionierte nicht wirklich, hatte eventuell keine Alumnen. Im Jahr 1689 wurde erneut ein Rektor ernannt, was auf die Anwesenheit von Seminaristen hindeutet. Dies macht die oben erwähnte Neugründung des Fürstbischofs Lamberg verständlicher. In der Folgezeit gehörte der akademische Unterricht nicht zu den Aufgaben der Regenten. Erst 1748 wird der Regent (Anton Kappler SJ) als Professor für Kontroverstheologie erwähnt, und diese „Nebentätigkeit“ der Regenten prägt noch die folgenden Jahre. Eine weitere Änderung ergibt sich ab 1770, als die Regenten begannen (anstatt Kontroverstheologie), Moralphilosophie zu unterrichten. Die Anzahl der Seminaristen und Konviktsschüler ist durch weitere Forschung zu klären.

Schule, Unterricht

Am 27. März 1612 eröffnete die Schule im Steuber’schen Haus mit 72 Schülern in zwei Klassen; im darauffolgenden Schuljahr hatte sie rund 200 Schüler in vier Klassen. (Die lateinische Domschule wurde nicht aufgelöst, die beiden Schulen arbeiteten parallel weiter, obwohl die Domschule vermutlich als „Chorknabeninstitut“ weiterhin hauptsächlich elementaren Lateinunterricht erteilte.) Im November 1612 hatte die jesuitische Schule fast 200 Schüler in vier Klassen. Im November 1613 einrichtete man eine fünfte Klasse, (Rhetorik), und das Gymnasium hatte damit insgesamt etwa 300 Schülern.
Ab Oktober 1615 zog die Schule aus Platzmangel in ein neues Gebäude, das Rotmayr’sche Haus, neben dem Jesuitenkolleg und der alten Michaelerkapelle. Ab 1616 organisierten die Jesuiten auch eine sechste, unterste Klasse („infima“ oder „parva“). Beim Stadtbrand von 1662 brannte auch das Rotmayr’sche Haus ab, das Gebäude wurde nicht wieder aufgebaut, stattdessen plante der Orden einen Neubau. Von 1664 bis 1696 befand sich die Schule im Kolleggebäude, im Jahr 1696 verlegte man der Unterricht in das neue Schulgebäude. In dieser Zeit wurde aus der für zunächst Schulzwecke genutzte Teil des Kollegs durch eine Mauer von den Wohnräumen der Mitglieder abgetrennt. Das neue Schulgebäude wurde 1698 fertiggestellt und diente bis 1773 als Jesuitengymnasium und Akademie. Die Unterrichtsräume des Gymnasiums befanden sich im Erdgeschoss.
Über die Schülerzahlen liegen nur sporadische Angaben vor. Im 17. Jahrhundert gab es 200–300 Schüler pro Jahr (1665: 200, 1686: 262), 1697 waren es bereits 365. Im 18. Jahrhundert lag die Schülerzahl bei über 400 (1732: 434, 1768: 463). Nach dem Brand von 1662 gab es eine Zwangspause, und während des Österreichischen Erbfolgekriegs 1742–1745 arbeitete das Gymnasium mit weniger als 6 Lehrern (3, 4, dann 5). (Gleichzeitig hörte die akademische Ausbildung nicht auf.) Das Schulgebäude diente im Jahr 1745 (vielleicht nur teilweise) als Militärlazarett.
Die Jesuiten hatten dank des Stifters, Erzherzog Leopold, auch die Gerichtsbarkeit („iurisdictio“) über den Schülern bzw. der Studenten in Passau. Die Vergehen der Studenten ähnelten den Beschwerden in anderen Städten (z. B. Schlägereien mit Handwerksgesellen oder Soldaten). Um 1698 war die Frage nach dem Almosenrecht armer Studenten („licentia mendicandi“) ein immer wiederkehrender Streitpunkt – wobei nicht das Recht an sich in Frage gestellt wurde, sondern die Frage, ob alle Schüler und Studenten, die in der Stadt als Mendikanten lebten und bettelten, die Begabung und Eignung zum Lernen besaßen. 1709 versorgte das Kolleg selbst 18 Schüler mit täglichen Essen (sogenannte Suppenstudenten, „studiosi iuscularii“).
Ab den ersten Jahren ist uns die dramatischen Vorstellungen der Schüler bekannt. In den Jahren 1613/1614 führten die Schüler das beliebte Stück „Cenodoxus“ von Jakob Bidermann SJ auf. Bis 1662 fanden die Theateraufführungen wahrscheinlich auf dem Domplatz statt. Die Themen waren der jesuitischen Theatertradition angepasst: Heiligengeschichten, biblische Geschichten, weitere historische Themen, moralisierende (allegorische) Darstellungen und gelegentlich höfische Huldigungsspiele. Programmhefte in deutscher Sprache sind erhalten geblieben. Seit 1698 diente das neue Schulgebäude auch die Zwecke des Theaters, es gab ein kleines Theater im Erdgeschoss (zugleich Unterrichtsraum der Rhetorik) und ein großes Theater im Obergeschoss. Der letztere bot nach den Angaben der Jesuiten 2.000 Personen Platz.

Ein wichtiges Anliegen für die Einrichtung einer höheren Schule neben dem Gymnasium war die Sicherstellung einer hochwertigen und modernen diözesanen Priesterausbildung. Ab 1606 diskutierte Fürstbischof Leopold wiederholt mit dem Domkapitel über die Errichtung eines Priesterseminars. Bei den Verhandlungen über die jesuitische Kolleggründung wurde von dem Domkapitel unter anderem eingewendet, dass die Diözese zwölf Alumnen habe, die an der Universität Wien studierten. Im Fundationsbrief des Jesuitenkollegs vom 22. Dezember 1615 hat man bereits die Lehre der Dialektik, der Kontroverstheologie und des Kasus (Moraltheologie) als zukünftige Aufgabe der Jesuiten erwähnt. Die Vorlesungen von Kasus und Dialektik begann Hermann Volmari SJ im Herbst 1622 mit sieben Studenten (von denen drei bereits zu Priestern geweiht waren). Aber außer 1624–1625 und 1630 wird in den Jahreskatalogen der Jesuiten bis 1638 kein weiterer Professor erwähnt. Die Lehre des Kasus und der Kontroverstheologie wurde erst 1638 mit zwei Professoren (wieder)aufgenommen. Das Jahr 1645 war eine Ausnahme. Allein in diesem Jahr finden wir in Passau sechs Professoren, was ein Indiz für den (erfolglosen) weiteren Ausbau der bescheidenen Priesterausbildung sein mag, ein Versuch, eine vollständige akademische Ausbildung aufzubauen. Im Jahr 1645 gab es in Passau ausnahmsweise 32 Jesuitenscholastiker.
Die Studienordnung der höheren Schulen (abgesehen von 1645) änderte sich endgültig ab 1667/1668, als das kanonische Recht zu den Fächern hinzukam, zunächst unter dem Namen eines Professors, der Kasuistik lehrte, und dann, ab 1680, mit einem eigenen Professor. Da das kanonische Recht als das prestigeträchtigste Fach galt, war sein Professor auch der Leiter der Akademie („praefectus superiorum scholarum”).
1697/1698 wurde auch die Logik als eigenes Fach mit einem eigenen Professor aufgenommen, und ab 1731 unterrichtete ein fünfter Professor Physik und Metaphysik. Die neue Professur wurde durch die Stiftung des Fürstbischofs Joseph Dominikus Lamberg mit einem Jahreseinkommen von 200 Gulden finanziert. Ein spezieller Lektor für Kontroverstheologie (Jakob Kurz SJ) wird erstmals 1740 im jesuitischen Personenkatalog erwähnt, aber ab 1746 übernahm der Regent des Seminars dauerhaft die Funktion des Professors für Kontroverstheologie. Auch für dieses neue Fach gab es 1745 eine Stiftung des Fürstbischofs Lamberg (mit einem Jahreseinkommen von 250 Gulden). 1755 wurde die Fächereinteilung dahingehend geändert, dass die Physik von einem eigenen Professor gelehrt wurde, während die Logik und Metaphysik einem anderen Professor unterstellt wurde.
Über die Studentenzahl der Akademie gibt es nur vereinzelte Angaben. Jesuitische Scholastiker waren nur gelegentlich an der Akademie anwesend: zwischen 1638 und 1642 waren es 2–7 Scholastiker, die in Passau Moraltheologie (Kasus) studierten. Die nicht-jesuitische Studenten waren entweder Seminaristen der Diözese Passau, Mitglieder religiöser Orden, oder Laien. Im Jahr 1665 studierten 12 Studenten Moraltheologie, im Jahr 1686 34 und im Jahr 1697 70. Im Jahr 1705 studierten (trotz des Rückgangs im Krieg) 30 Logik und 40 Theologie („Kanonisten“). 1732 erreichte die Studentenzahl ihren Höhepunkt, in diesem Jahr studierten 110 Philosophie und 108 Theologie (Moral und Kirchenrecht). Nachdem Fürstbischof Joseph Maria Graf von Thun und Hochenstein 1761 den Diözesanklerus aus der jesuitischen höheren Ausbildung herausgenommen hatte, gab es 1768 noch (insgesamt) 187 Studenten der philosophische bzw. Theologische Ausbildung der Jesuiten. Der Lehrplan, die akademischen Disputationen und Prüfungen folgten der Ordnung anderer Jesuitenschulen, und auch gedruckte Thesenblätter sind überliefert.

In 1653–1655 zogen die jesuitische Repetenten der österreichischen Ordensprovinz, die Griechisch und Latein studierten (repetierten), unter der Leitung ihres Professors Stephan Erna SJ von Leoben nach Passau. In den Jahren davor und danach wurde die Repetentenausbildung in Leoben fortgesetzt. Die Zahl der Repetenten, also die jesuitische Scholastiker betrug in den drei Jahren 8, 8 und dann 11. Später, 1686–1689 finden wir wieder Repetenten in Passau, und die Situation ist sehr ähnlich wie zuvor: Der Kurs zieht aus Leoben um und geht ab 1690 wieder dorthin, die Zahl der Repetenten beträgt diesmal 6. In Passau lebten die Repetenten im Jesuitenkolleg.

Kongregationen

„Assumptio Mariae“ lateinische (größere) Studenten- bzw. Herrenkongregation. Die Kongregation war ab 1613 tätig, ihre Mitglieder waren Studenten aus den obersten Klassen sowie externe vornehme Herren. Sie wurde von der römischen Mutterkongregation im Jahr 1614 inkorporiert. Die Mitglieder der Sodalität waren Schüler der Rhetorik und Poetik und (nach 1625) Studenten der Akademie, später nur die Studenten der Akademie. Aber sie diente auch als Herrenkongregation, d.h. sie hatte angesehene „Externe“ auch als Mitglieder. Die Kongregationspräsides waren typischerweise die Professoren der Kasuistik (Moraltheologie) aber (anfangs) für einige Jahre die Rhetorikmagister. Im Jahr 1665, als es nach dem großen Stadtbrand nur noch eine lateinische Sodalität gab, hatte diese nur 85 Mitglieder. Im Jahr 1712 nahmen 168 von 395 Mitgliedern regelmäßig an den Kongregationsversammlungen teil, und im Jahr 1763 zählte sie 146 Mitglieder.
„Nativitas Mariae“ lateinische (kleinere) Schülerkongregation. Die Sodalität trennte sich von der „größeren“ Studentenkongregation im Jahr 1625, der Präses war in der Regel der Magister der Syntax. Nach dem großen Stadtbrand (1662) wurden die beiden Studenten- bzw. Schülerkongregationen vereinigt, und funktionierten nur ab 1692 wieder als getrennte Sodalitäten. Die Mitglieder der ‚kleineren‘ Kongregation waren Schüler der Syntax und Grammatik, später auch der Schüler der Poetik und Rhetorik. Die Sodalität zählte im Jahr 1746 90, im Jahr 1763 272 Mitglieder.
„Annunciatio Mariae” deutsche Bürgerkongregation. Die Sodalität war ab 1624 mit päpstlichen Bestätigung (30. Aug. 1624) tätig. Im Jahr 1625 hatte sie mehr als 150 Mitglieder, im Jahr 1665 180 Mitglieder. Zwei Mitgliederbücher (1624–1665, 1650–1852) sind mit den Listen der Mitglieder, Präsides und Wohltäter erhalten. Das Amt des Präses wurde im 17. Jahrhundert zeitweilig von jesuitischen Predigern („concionatores“), von den Regenten des Seminars, dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Kirchenpräfekten und später von Jesuitenpriester ausgeübt, die dies nunmehr als Hauptaufgabe hatten.
„Agonia Christi“-Sodalität. Die Todesangst-Sodalität war in der Stadt erst ab 1684, mit einer päpstlichen Bestätigung tätig. Das handschriftliche Kongregationsalbum, das im Jahr 1738 angelegt wurde, ist erhalten geblieben. Zu den Mitgliedern der Sodalität gehörten auch Domherren, Pröpste (von Ranshofen, St. Nikola, Riechersberg etc.), Archidiakone, Erzpriester, Dekane, Pfarrer, Jesuiten und weitere Geistliche, adelige Damen, Ordens- und Laienschwestern von Niedernburg und bürgerliche Herren und Frauen.

Schicksal nach der Aufhebung

Die Aufhebung wurde im September 1773 von Kardinal Leopold Ernst von Firmian, Fürstbischof von Passau, im Sinne der päpstlichen Bulle angeordnet. Die Immobilien der Jesuiten in Passau (und den Vorstädten) waren zur Gänze im Besitz des Fürstbischofs. (Der zum Kolleg gehörende Besitz der Residenz Traunkirchen kam jedoch unter der Administration der Oberösterreichischen Kammer, und Maria Theresia ablehnte, aus den Erträgen der ehemaligen Jesuitengüter zum Unterhalt der Passauer Schule beizutragen.) Die Jesuitenkirche wurde als Studienkirche der Jurisdiktion des Bistums Passau unterstellt. Die meisten der ehemaligen Jesuitenpriester blieben im Bistum Passau und waren vorübergehend im ehemaligen Kolleg geblieben, nachdem Firmian es in ein Weltpriesterhaus umgewandelt hatte. Im Jahr 1774 wurde jedoch das fürstbischöfliche Alumnat im ehemaligen Jesuitenkolleg untergebracht, und die Exjesuiten zogen aus. Später diente das ehemalige Kolleg als Gymnasium und das ehemalige Gymnasium als Theologische Hochschule.

Garten und Sommerresidenz

1621 kaufte Fürstbischof Leopold von Johann Christoph von Schönburg eine Insel, die sog. Obsinger Wörth in der Donau unterhalb von Lindau für 3.000 Gulden. Sie diente zu Erholungszwecken und zur Versorgung des Klosters mit Lebensmitteln (Küchengarten, Fingerhutgarten, Wiesen, Felder). Auch ein Gartenhaus war vorhanden. Bis 1709 hatte die Insel etwa die Hälfte ihrer Fläche verloren. Das Kolleg konnte die Insel endlich 1761 verkaufen.

Der Garten auf der Südseite des Inn, außerhalb der Innstadt, wurde 1642 von Fürstbischof Leopold Wilhelm um 1.000 Gulden von der Witwe des Doktors Jakob Metzger für das Kolleg gekauft. Der Garten und das Gebäude, zu dem auch eine Kegelbahn gehörte, dienten den Ordensmitgliedern zu Erholungszwecken. 1715 errichteten die Jesuiten ein neues großes Gartenhaus, bestehend aus drei Flügeln und drei Stockwerken, das als Jesuitenschlössl bekannt wurde und heute noch besteht (dient als Rehabilitationsklinik).

In den Jahren 1665/1667 erwarben die Jesuiten einen größeren Garten in der Nähe des erwähnten Gartens (auf der Rosenwiese), den sie von den Töchtern des früheren Besitzers Zellermayr als Geschenk bekamen. Über der Steinmauer, die die Gärten umgab, wurde oberhalb der Kapuzinerstraße, die die beiden Gärten trennt, ein Durchgang angelegt. Um 1709 diente der neue Garten bereits Erholungszwecke, das „alte“ Gartenhaus stand leer. Im neu errichteten Teil des Gartenhauses am Innufer befanden sich damals ein Refektorium mit Küche und darüber die Zimmer des Rektors und eine Kapelle. Der andere (erdgeschossige) Flügel des Gebäudes beherbergte Zellen für die Ordensmitglieder

Im Jahr 1707 erwarben die Jesuiten den Meierhof an der Ostseite der Gärten, der von einigen Dienern bewirtschaftet wurde. Die hier gehaltenen Tiere (Kühe, Schweine, Geflügel) wurden für den täglichen Bedarf des Kollegiums verwendet.

Grundstücke und andere ertragsfähige Immobilien

1621 erhielt das Kolleg den zwischen der Stadt und dem Neuburger Wald gelegenen Thantobler-Hof, der jedoch 1703 verkauft wurde, da er finanziell unrentabel war.

Das Passauer Kollegium erhielt ein Wirtschaftsgebäude (Wirtschaftshof) und Weinberge in Klosterneuburg als Schenkung.

Archivmaterial

Das ehemalige Hausarchiv des Kollegs wurden nach der Ordensaufhebung verstreut. Einige Manuskripte sind hier aufgeführt.

Archiv des Bistums Passau

  • [Bruderschaftsbuch der Marianischen Bürgerkongregation Passau 1624–1659] Marianische Bürgerkongregation
  • [Bruderschaftsbuch der Marianischen Bürgerkongregation Passau 1650–1852] Marianische Bürgerkongregation

Archiv Gymnasium Leopoldinum Passau

  • Nomina frequentantium scholas inferiores [1744–1774]

Bayerisches Hauptstaatsarchiv (München)

  • 1 Abt. I. Ältere Bestände, 1.9 Ordensprovinzen und Kongregationen, Jesuitenorden, Einzelne Kollegien, Kolleg Passau

Bibliothek der Benediktinerabtei Pannonhalma (Ungarn)

  • Jesuitica: documenta ad historiam Societatis Jesu Provinciae Austriae spectantia, 17–18. Jh., hier: fol. 629–732.

Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Handschriftensammlung

  • Diarium collegii Societatis Iesu Patavii a 1670–1684. Cod. 14382.

Staatliche Bibliothek Passau

  • Album oder Namen Buch Einer Hochlüblichen Bruderschafft Der bittern Tod-Angst Jesu Christi … in der Kirchen S. Michaelis Societatis Iesu zu Passau … 1738. Ms. 107a
  • Directorium Collegii Societatis Jesu Passavii in usum Patris ministri ex diariis concinnatum, superiorum tamen arbitrio variabile … [1711] Mst. 89.
  • Liber oeconomicus collegii Passaviensis Societatis Jesu, 1709. Mst. 88.
  • Liber benefactorum et rationum bibliothecae collegii Passaviensis Societatis Jesu ab anno 1694. Mst. 90.
  • Liber quotidianum expensarum 1613–1614. Mst. 93.
  • Preces per annum in Ecclesia nostra decantari solitae. Mst. 105.
Literatur

Aign, Albrecht: Geschichte des Gymnasium Passau. Bd. I. [Das Jesuiten-Gymnasium 1612–1773] Passau, Neue-Presse-Verlag, 1962.

Bieri, Pius: Passau. Jesuitenkolleg und Studienkirche St. Michael. (2017) In: Süddeutscher Barock. Barocke Bauwerke im süddeutschen und schweizerischen Raum, ihre Bauherren und Meister.

Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern II: Niederbayern. Bearb. von Michael Brix, mit Beiträgen von Franz Bischoff, Gerhard Hackl, Volker Liedke. München–Berlin, Deutscher Kunstverlag, 1988. bes. 510–513. (Michaelerkirche), 513–514. (ehem. Jesuitenkolleg), 556. (Seminar)

Denis, Michael: Die Jugendgeschichte des Dichters Michael Denis bis zu seinem Abschied von Passau, von ihm selbst verfaßt. Hrsg. von Hermann Naestler. Passau, 1949.

Diendorfer, Johann Evengelista: Die Aufhebung des Jesuitenordens im Bisthum Passau. Nach den Akten des k. b. allgemeinen Reichsarchivs zu München und des Bischöflichen Ordinariatsarchivs zu Passau. Ein Beitrag zur Geschichte der Aufhebung des Jesuitenordens in Süddeutschland sowie zur Charakteristik der beiden Kardinäle Firmian und Migazzi. Passau, 1891.

Dobler, Ralph: Italienischer Stuck in Passau: Giovanni Battista Carlone und die Jesuitenkirche St. Michael. Archivum Historicum Societatis Iesu 73(2004), Fasc. 146, 341–423.

Duhr, Bernhard: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. Bd. II./1–2. In den ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. Freiburg im Breisgau, 1913. Bd. 1. 325–327.

Duhr, Bernhard: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. Bd. III. In der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. München–Regensburg, 1921. 196–198.

Duhr, Bernhard: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. Bd. IV/1–2. Im 18. Jahrhundert. München–Regensburg, 1928. I. 373–375.

Eggersdorfer, Franz Xaver: Die philosophisch-theologische Hochschule Passau. Dreihundert Jahre ihrer Geschichte. Ein Blick in die Entwicklung der katholischen Geistlichenbildung in Deutschland seit dem Ausgang des Mittelalters. Passau, Phil.-theol. Hochschule, 1933.

Fisch, Joseph: Geschichte des höheren Unterrichtes in Passau bis zur Aufhebung des Jesuiten-Ordens im Jahre 1773. In: Jahresbericht über das königliche Lyceum, Gymnasium und die Lateinische Schule zu Passau für das Studienjahr 1860/61. Passau, 1861. 3–19.

Fuchs, Karl: Johann Michael Denis (1729–1800). In: Humanistisches Gymnasium Passau, gegründet 1612. Bericht über das 350. Schuljahr. Passau, Neue-Presse-Verlag, 1962. 96–100.

Geschichte der Stadt Passau im Auftrag des Vereins für Ostbairische Heimatforschung. Hrsg. von Egon Boshof et al. Zweite, erweiterte uns aktualisierte Auflage. Regensburg, Verlag Friedrich Pustet, 2003, bes. 170–174.

Die Jesuiten in Passau. Schule und Bibliothek, 1612–1773. 375 Jahre Gymnasium Leopoldinum und Staatliche Bibliothek Passau. Hrsg. von Jörg Kastner. Passau, Passavia, 1987.

Kastner, Jörger: Geistliche Rüstkammer. Wissenschaften im Spiegel der Passauer Jesuitenbibliothek. Ausstellung zur 375-Jahr-Feier der Staatl. Bibliothek Passau, Michaeligasse 11, Altstadt vom 17. Juli bis 14. August 1987. In: Die Jesuiten in Passau. Schule und Bibliothek 1612–1773. 375 Jahre Gymnasium Leopoldinum und Staatliche Bibliothek in Passau. Hrsg. von Jörg Kastner. Passau, 1987, 229–447.

Kunstdenkmäler von Niederbayern. Bd. 3. Stadt Passau (mit Einschluss der Gemeinden Beiderwies und Hacklberg). Bearb. von Felix Mader, hrsg. von Georg Lill. München, 1919. Bes. 198–227.

Krump, Sandra: In scenam datus est cum plausu. Das Theater der Jesuiten in Passau (1612–1773). Bd. I. Darstellung und Interpretation. Bd. II. Dramen und Periochen. Berlin, Weidler, 2000.

Leutgeb, Max: Das Passauer Jesuiten-Gymnasium (1611–1773). In: Die ostbairischen Grenzmarken (1925), 333–341, 368–372.

Pecho, Carolin: Fürstbischof – Putschist – Landesherr. Erzherzog Leopolds Herrschaftsentwürfe im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Belin, Lit, 2017. (Geschichte 139), bes. 376–385.

Vallery-Radot, Jean: Le recueil de plans d’édifices de la Compagnie de Jésus conservé à la Bibliothèque nationale de Paris. Rome, 1960. (Bibliotheca Instituti Historici S. I. XV.) 279–280.

Weiss, Rudolf: Das Bistum Passau unter Kardinal Joseph Dominikus von Lamberg (1723–1761). Zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Kryptoprotestantismus in Oberösterreich. EOS Verlag Erzabtei St. Ottilien, St. Ottilien 1980.

Wurster, Herbert W.: Das Bistum Passau und seine Geschichte. Bd. III. Von der Reformation bis zur Säkularisation. Strasbourg, 2002.

Wurster, Herbert W. unter Mitarbeit von Zahlheimer, Willy: Zur Geschichte der Donauinseln unterhalb der Innmündung. In: Der Bayerische Wald 35/1–2 NF (2021) 16–21.

MAP

Sie ist die bedeutendste Barockkirche der Stadt, und ihre Altäre, Innendekoration, innere Ausstattung und…

1621 kaufte Fürstbischof Leopold von Johann Christoph von Schönburg eine Insel, die sog. Obsinger Wörth in der Donau…

Der Garten auf der Südseite des Inn, außerhalb der Innstadt, wurde 1642 von Fürstbischof Leopold Wilhelm um 1.000…

An die Südseite der Kirche schließt sich die Xaverius-Kapelle (1725–1730) an, deren Stuckdekoration und drei Altäre…

In den Jahren 1665/1667 erwarben die Jesuiten einen größeren Garten in der Nähe des erwähnten Gartens (auf der…

Für den Bau des Jesuitenkollgs zog Fürstbischof Leopold ein erfahrener Jesuit seiner Diözese Straßburg hinzu, das…

Im Jahr 1707 erwarben die Jesuiten den Meierhof an der Ostseite der Gärten, der von einigen Dienern bewirtschaftet…

Das Haus erhielt 1612 von Fürstbischof Leopold die Jesuiten, die im März 1612 vom Fürstbischöflichen Hof hierher…

Fürstbischof Leopold kaufte das Haus im Jahr 1614 und übergab es am 15. und 16. November 1615 an die Jesuiten zum…

Bis 1662 befand sich die Schule im Rottmayer’schen Haus. Bis 1698 wurde die neue Schule nördlich des Jesuitenkollegs…

1668 kauften die Jesuiten mit Hilfe von Fürstbischof Wenzel von Thun das ehem. Wiffinger- oder Aicherhaus in der…

An der Ostseite des Kollegs, in der Nähe des Innufers und des Schaiblingsturms, befand sich ein separates Gebäude,…


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041. 
Alle Rechte vorbehalten! / Minden jog fenntartva! © Kádár, Zsófia