Gebäude
Seminargebäude
Beschreibung

1668 kauften die Jesuiten mit Hilfe von Fürstbischof Wenzel von Thun das ehem. Wiffinger- oder Aicherhaus in der Nähe ihres Schulgebäudes für das Seminar bzw. Konvikt, und sie ersetzten damit das 1662 abgebrannte Steuber’sche Haus. Der Bau des neuen Seminars verzögerte sich jedoch durch den langwierigen Kirchenbau, dann durch den Streit mit Fürstbischof Wenzel Thun (wegen der Rechte an Traunkirchen, 1670–1673) und schließlich durch einen weiteren Stadtbrand im Jahr 1680. Schließlich entstand zwischen 1690 und 1693 der Neubau des Priesterseminars, der von Fürstbischof Johann Philipp Graf von Lamberg finanziert wurde (ca. 5000 Gulden) und in Erinnerung an den Bischof einen neuen Namen erhielt: Seminar und Konvikt St. Ignatius und Philippus Neri. Der Hauptaltar der Seminarkapelle stellte die beiden Schutzheiligen dar. Dieser Neubau, dessen Architekt unbekannt ist, beherbergte ab 1693/1694 das von Fürstbischof Lamberg (neu) gestiftete Seminar. Der Südflügel, der der Schule zugewandt ist, enthält ein Refektorium, eine Küche und ein Museum. Im Ostflügel befanden sich die Kapelle und eine Sakristei, und im schmaleren Nordflügel die Gesinderäume. Im Obergeschoss befanden sich vermutlich Schlafsäle und die Zimmer des Rektors.
Das Gebäude befand sich ab 1784 in Privatbesitz und ging 1815 in den Besitz der Stadt über. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es zunächst teilweise, dann vollständig für Bildungszwecke genutzt (Volksschule, gewerbliche Fortbildung, städtische Berufsschule, Handelsschule). 1870 wurde es um ein Stockwerk aufgestockt. Zwischen 1969 und 1972 erfolgte der Umbau zur Stadtbibliothek, der Innenhof erhielt einen Lesesaal und das Refektorium diente als Ausstellungsraum.

Jesuitenhäuser

48.574268, 13.470652


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041. 
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