Gebäude
Kolleg
Beschreibung

Den Westflügel des Kollegs (zur Neunkirchnerstraße hin) errichtete man um 1690 an der Stelle der übernommenen städtischen Häuser und Grundstücke unter Verwendung eines Teils der Gebäude (oder ihrer Steine). Die Kirche wurde nach Süden hin gebaut, mit dem Chorraum nach Osten und der Hauptfassade zur Neunkirchnerstraße hin. Den nördlichen dreigeschossigen Kollegflügel mit dem Refektorium ließen die Jesuiten um 1703 erbauen. Später kam ein vierter, zur Kirche hin gelegener Verbindungstrakt hinzu, sodass Kolleg und Kirche einen rechteckigen Arkadenhof umschlossen. An der Westseite des Komplexes entstand ein Garten.
Einige Schriftstücke des zentralen (römischen) Jesuitenarchivs verweisen auf die langwierigen Bauarbeiten des 18. Jahrhunderts. Laut einem Abschnitt aus dem Finanzbericht des Kollegs von 1711 waren die Schulden in Höhe von 5.300 Gulden wegen der Bautätigkeiten entstanden, und die Rückzahlung war wegen der Arbeiten schwierig. Im Jahr 1740 betrugen die Schulden für die Bauarbeiten noch 4.800 Gulden, und auch damals war man bei der Rückzahlung hauptsächlich auf den guten Willen der Benefactoren angewiesen.
Nach 1773 gingen das Jesuitenkolleg und die Kirche in den Besitz der Pauliner über. Im Jahr 1783 erfolgte die Profanierung der Kirche. Der vierte (östliche) Flügel des ehemaligen Kollegs wurde um 1785 abgerissen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich auf dem Gelände des Kollegs und der Kirche eine Textilmanufaktur, und in dieser Zeit gab es weitere größere Umbauten. Die Wiener Neustädter Sparkasse mietete bereits 1863 einige Räumlichkeiten des ehemaligen Kollegs und kaufte 1892 das gesamte Gebäude.

Jesuitenhäuser

47.81136, 16.24384


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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