Die frühesten Aufzeichnungen in den jesuitischen Jahreskatalogen stammen aus den Jahren 1617/1618, als ein Professor Dialektik und Kontroverstheologie lehrte, und aus den Jahren 1621–1622, als ein Professor Kontroverstheologie und ein anderer Kasuistik lehrte. Von 1644 bis 1653 war die höhere Bildung bescheiden, mit einem oder zwei Professoren pro Jahr, die Kasuistik, Kontroverstheologie und Dialektik unterrichteten, mit finanzieller Unterstützung von Ferdinand III. und dem Bischof von Gurk.
Zwei große Stiftungen, die 1651 zu diesem Zweck gemacht wurden, bildeten die finanzielle Grundlage für die vollständige akademische Ausbildung. Leonhard Scherer, kaiserlicher Hofpfalzgraf und Kanzler der Bamberger Herrschaften in Kärnten, stiftete 50.000 Gulden. Sebastian Vinoschitz, apostolischer Protonotar, fürstbischöflicher Gurker Rat, Propst von Kraig, stiftete 10.000 Gulden. Die Gründung der Akademie wurde auch von den Kärntner Landständen als Prestigefrage angesehen; in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gaben sie beträchtliche Summen für den Erweiterungsbau des Kollegs zu Schulzwecken, den Bau neuer Hörsäle und eines Theatersaales aus.
Allerdings kam es (um 1651–1653) zu einem Streit mit der angesehenen Universität Graz über die Rechte des Klagenfurter Kollegs und seinen akademischen Unterricht. Aufgrund der Opposition von Graz wurde der Klagenfurter Institution (die man nach dem jesuitischen Sprachgebrauch getrost als Akademie bezeichnen kann) aber der Universitätsstatus nie zuerkannt. Dies bedeutete, dass die Akademie eine umfassende Ausbildung in Philosophie, Theologie und Kirchenrecht (1653 bis 1656), dann auch in Zivilrecht (1707) entwickelte. Die Studenten verteidigten feierlich ihre Thesen in Klagenfurt. Lediglich das Promotionsrecht erhielt die Klagenfurter Akademie nie, da dieses Recht bei der Universität Graz verblieb. Die Thesen wurden jährlich in Graz geprüft, danach die Studenten auch dort promoviert. All dies tat der Beliebtheit Klagenfurts keinen Abbruch. Die Studentenzahl der Klagenfurter Akademie lag in der Regel zwischen 80 und 130, im Jahr 1665 waren es 168 Studenten.
Gebäude
Akademische Ausbildung
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041.
Alle Rechte vorbehalten! / Minden jog fenntartva! © Kádár, Zsófia

