Der Graner Erzbischof György Széchényi gründete das Seminar gleichzeitig mit dem Jesuitenkolleg, aber der tatsächliche Beginn (aufgrund eines fehlenden Gebäudes) verzögerte sich. Nach dem Willen des Gründers mussten die Klerikern nach der Priesterweihe mindestens drei Jahre lang im ehemaligen Osmanischen Teil des Königreichs Ungarn dienen. Das Seminar nahm das Pazmaneum in Wien zum Vorbild; seine Bewohner trugen dunkelblaue Gewänder.
Obwohl der Bau des Seminargebäudes 1702 begann, waren die Arbeiten während der Kuruzzenkriege für längere Zeit unterbrochen. Die Seminaristen und die Konviktschüler zogen schließlich im Oktober 1714 ein. Als der akademische Philosophiekurs 1712 begann, startete das Seminar mit zehn Kleriker, die sogar in der Rhetorikklasse studierten, und die im ersten Jahr vorläufig im Jesuitenkolleg wohnten. Die Seminaristen zogen im Schuljahr 1713/1714 in ein Bürgerhaus in der Herrengasse, was die Jesuiten für 200 Gulden pro Jahr anmieteten. Ab 1714 beherbergte das Seminar jährlich 15–25 Klerikern.
Im Jahr 1761 entzog der Graner Erzbischof Ferenc Barkóczy der Gesellschaft Jesu die Leitung des Seminars und übertrug das Seminar der Aufsicht von Diözesanpriestern unter der Leitung des Pressburger Domherrn György Szalay. Die Kleriker studierten weiterhin an der Jesuitenakademie, bis die Gesellschaft im Jahr 1773 aufgehoben wurde.
Gebäude
Seminarium Széchényianum (Collegium alumnorum clericorum)
Beschreibung
Jesuitenhäuser
Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia
Förderung / Pályázati támogatás: FWF Österreichischer Wissenschaftfonds. Lise Meitner-Projekt M-3041.
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