Gebäude
Mauer bei Wien, Beneficium St. Andreae. Engelsburg (Schloss bzw. Burg, ab 1744 auch Exerzitienhaus)
Beschreibung

Seit dem 14. Jahrhundert war das St. Andreas-Benefizium ein eigenständiger Gutskomplex im Herrschaftsgebiet von Mauer. Das Benefizium gehörte ursprünglich zur Andreaskapelle des Maurer Schlosses, der Kaplan (der das Benefizium hatte) wohnte in einem Meierhof, der 1529 im Zug der ersten Belagerung Wiens durch die Osmanen zerstört wurde. Zu dem Benefizium gehörten unterschiedliche Güter und Erträge, Obstgärten, Wiesen und Weinberge.
1629 schenkte Ferdinand II. dem Noviziat von St. Anna das Benefizium, doch erst nach dem Tod des damaligen Benefiziaten im Jahr 1639 konnte das Noviziat den Besitz vollständig in die Hand nehmen. Im Jahr 1631 verpflichtete sich das Noviziat selbst, die mit dem Benefizium verbundenen Messen zu lesen, und dies wurde gemäß den Consuetudines der Gesellschaft Jesu in die Messen für die Stifter und Wohltäter aufgenommen. (Früher hielt der Pfarrer von Atzgersdorf für jährlich 60 Gulden diese Gottesdienste.)
Das Zentrum der Güter bildeten ein Schloss und ein angrenzender Meierhof, den die Jesuiten 1756 erheblich vergrößerten. Das Gebäude blieb in seiner damaligen Form bis zu seinem Abriss im Jahr 1923 erhalten. Nach 1776 wurde es für militärische Zwecke genutzt und als „Obere Kaserne“ bekannt.
Beim Neuaufbau 1756 hat man 35 neue Zimmer geschaffen, die für Exerzitien (geistliche Übungen) genutzt wurden. Damit hat man praktisch ein Exerzitienhaus gegründet, welches bis 1773 der damalige Rektor des Noviziats, Pater Franz Dolfin, leitete. Die Einrichtung erhielt jedoch nie eine eigene Stiftung, und ihre Geschichte ist kaum geforscht.
Im Jahr 1773 erbrachte das Benefizium ein jährliches Einkommen von 1.140 Gulden.

48.14979, 16.25851


 

Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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