Geprüft von: István Fazekas, Martin Scheutz, Sylvia Stegbauer, Thomas Winkelbauer. 31.05.2025.
Ort

St. Bernhard-Frauenhofen
Österreich unter der Enns

Zeit, Institutionstyp
ab bis Institutionstyp
1589 1773 residentia
Übergeordnete Jesuitenhäuser
ab bis Institutions
1589 1773 collegium Collegium Academicum Viennense
Aufhebung
1773
Geschichte

Rudolf II. schenkte das ehemalige Zisterzienserinnenkloster, dessen Kirche und Ländereien in Niederösterreich vorübergehend dem Wiener Jesuitenkolleg, da dort keine Nonnen mehr bewohnten (1589). Ferdinand II. bat den Papst am 8. Mai 1620 um die Bestätigung der Schenkung, somit ist die Dotation immerwährend geworden. Im Zentrum des Landguts errichteten die Jesuiten eine Residenz mit zunächst vier bis sieben Ordensmitgliedern. Im Jahr 1574 waren dort bereits zwei jesuitische concionatores tätig, im Jahr 1590 bestand die Residenz aus zwei Priestern und vier Laienbrüdern und 1600 aus drei Priestern und zwei Laienbrüdern.
Die Mitgliederzahl blieb bis 1689 ähnlich, danach taucht die Residenz nicht mehr in den Jahreskatalogen der Jesuitenprovinz auf. Die Jesuiten setzten Diözesanpriester in der Mariä Himmelfahrt-Kirche ein. Bis 1689 predigten und katechisierten die Jesuiten in St. Bernhard, und sie beteiligten sich an der Leitung der örtlichen Volksschule. Die Residenz funktionierte auch als Zentrum der Wirtschaftsadministration, unter der Leitung von jesuitischen Laienbrüdern.
Von 1690 bis 1773 blieb St. Bernhard-Frauenhofen im Besitz des Wiener Kollegs. Der geschätzte Wert des Gutes zum Zeitpunkt der Ordensaufhebung betrug 33.384 Gulden. Die Kirche und das ehemalige Zentrum des Landgutes haben noch weitgehend ihre frühneuzeitliche Form bewahrt, mit den Resten des mittelalterlichen gotischen Kreuzgangs neben der Kirche. Während der Jesuitenzeit wurde der Komplex für wirtschaftliche Zwecke umgebaut und umfasste mehrere Lagerräume, einen Getreidespeicher und eine Mühle.

Zunahme der Mitgliedschaft
Kongregationen

„Agonia Christi” Sodalität. Im Jahr 1656 gründeten die örtlichen Jesuiten die Sodalität mit 500 Mitgliedern. Der jesuitische Präses war in der Regel einer der lokalen Jesuitenprediger (concionatores).

Archivmaterial

Siehe Collegium Academicum Viennense!

Literatur

Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau. Bearbeitet von Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle, Claudia Haas, Renate Holzschuh-Hofer, Wolfgang Huber, Katharina Packpfeifer, Eva Maria Vancsa-Tironiek, Wolfgang Vogg. Beiträge von Géza Hajós, Horst Richard Huber, Wolfgang Komzak, Johann Kräftner, Markus Kristan, Johannes-Wolfgang Neugebauer, Inge Podbrecky, Lothar Schultes, Margareta Vyoral-Tschapka, Helmut Windl. Wien, 1990.

Duhr, Bernhard: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. Bd. II./1–2. In der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. Freiburg im Breisgau, 1913. II/1. 322.

Kröll, Helmut: Beiträge zur Geschichte der Aufhebung der Gesellschaft Jesu in Wien und Niederösterreich. Dissertation an der Unviersität Wien, 1964. 128–129.

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Empfohlene Zitation / Javasolt hivatkozás: Kádár, Zsófia: Domicilia Provinciae Austriae Societatis Jesu. Die Niederlassungen der Österreichischen Jesuitenprovinz. Online Datenbank, 2023. https://leveltar.jezsuita.hu/domicilia

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