GRUNDDATEN
Wien
Österreich unter der Enns
| ab | bis | Institutionstyp | |
|---|---|---|---|
| 1551 | 1773 | collegium |
| ab | bis | Institutions | ||
|---|---|---|---|---|
| 1612 | 1627 | missio | Collegium Quinqueecclesiense | |
| 1666 | 1674 | residentia | Collegium Neostadiense | |
| 1636 | 1651 | residentia | Collegium Soproniense | |
| 1612 | 1615 | residentia | ||
| 1589 | 1773 | residentia | Residentia S. Bernhardi | |
| 1600 | 1612 | residentia | Collegium Lincense | |
| 1620 | 1626 | missio | Collegium Claudiopolitanum |
GESCHICHTE UND TÄTIGKEIT
Geschichte
In der Gesellschaft Jesu erwachte auf Anregung von Papst Paul III. schon früh das Interesse für das Heilige Römische Reich und für die Regionen Europas jenseits der Alpen. Anders als im Mittelmeerraum stellten hier die dynamische Ausbreitung der protestantischen Lehren und die institutionelle Krise der römisch-katholischen Kirche in den 1540er Jahren eine Herausforderung dar, auf die die Gesellschaft Jesu reagieren musste. Ein entscheidendes Moment auch in dieser Region war, dass der Orden den Unterhalt der öffentlichen Lateinschulen (Gymnasien) übernahm. Um die großen, mit den Schulen verbundenen Niederlassungen, die sog. Kollegien, zu finanzieren, brauchte man bedeutende Stiftungen (Stiftungskapital und/oder Landgüter), die zunächst vor allem von den Landesherren (Monarchen) und den Prälaten aufgebracht werden konnten.
Der erste Jesuit, der nach Wien kam, war Nikolaus Bobadilla (1542, 1544). Später, im Jahr 1551, ließen sich die Jesuiten auf Einladung Ferdinands I. in Wien nieder, und Claude le Jay war einer der ersten, der ankam und an der Universität Theologie lehrte. Der Stifter erwartete von der Gesellschaft die Eröffnung einer Lateinschule (Gymnasium), daneben seelsorgerliche Tätigkeit, und die Bereitstellung von zwei Professoren für die Universität. Obwohl innerhalb weniger Monate etwa 30 Ordensmitglieder nach Wien kamen, bereiteten die mangelnden Deutschkenntnisse anfangs große Schwierigkeiten. Deshalb predigten die ersten Jesuiten in Wien zuerst auf Spanisch und auf Italienisch am Hof des Erzherzogs und in der Stadt (z.B. bei den aus Ungarn zurückgekehrten, verletzten italienischen Soldaten und bei den italienischen Handwerkern) und nahmen in diesen Sprachen auch die Beichte ab. Nach dem Tod von le Jay im März 1552 kam Petrus Canisius in Wien an, der in deutscher Sprache predigte und auf Wunsch des Königs (ab 1556/58 Kaisers) einen katholischen Katechismus verfasste (eine erste Version zwischen 1552 und 1555). Die Ordensmitglieder machten auch Missionsreisen von Wien aus in die entfernten Regionen der österreichischen Erbländer: Die Missionen hatten zum Ziel, dort zu predigen und die Sakramente zu spenden, wo die katholischen Pfarreien leer standen und das Glaubensleben in einer Krise steckte.
Zunächst wohnten die Jesuiten als Mieter im Dominikanerkloster, doch im April 1554 übersiedelten sie an den Platz Am Hof, wo sie von Ferdinand I. die ehemalige Karmeliterkirche und das Kloster erhielten. Dieser Komplex wurde für einige Jahrzehnte das Zentrum ihrer Tätigkeit in Wien. Das Gymnasium bauten sie schrittweise auf, und bis 1555 waren alle sechs Klassen mit insgesamt über 300 Schülern eingerichtet.
Am 1. Oktober 1563 erließ Ferdinand I. die Gründungsurkunde des Wiener Kollegs. Er übertrug dem neuen Kolleg den Besitz des ehemaligen Karmeliterklosters und der Kirche mit all ihren Gütern und Zugehörigkeiten und gewährte dem Kolleg jährlich 1.200 Gulden Einkommen aus der Linzer Maut (die er ihnen bereits bezahlt hatte) und zusätzlich volle Steuerbefreiung. Außerdem stellte der Stifter das Promotionsrecht für „baccalaureatus philosophiae“, für jesuitische und auch für externe Studenten des jesuitischen akademischen Unterrichts, d.h. der philosophischen Ausbildung neben dem Gymnasium, sicher.
Ab den 1570er Jahren gewann die Gegenreformation in den österreichischen Erbländer an Bedeutung, wobei auch die Jesuiten eine wichtige Rolle spielten. In den 1580er Jahren war Melchior Khlesl als Wiener Offizial des Passauer Bischofs eine führende Figur der Gegenreformation, und er bezog auch Jesuiten (z. B. Georg Scherer) in den Rekatholisierungsprozess ein. Mittlerweile hielten die Jesuiten weiterhin theologische Vorlesungen an der Universität, begannen aber auch (neben dem eigenen Gymnasium) im Jesuitenkolleg eine höhere philosophische und theologische Ausbildung anzubieten. Diese Parallelität führte zu einem langwierigen Streit mit der Universität Wien (sog. Universitätsstreit), der mit einer Entscheidung Ferdinands II. im Jahr 1623 endete.
Mit der sogenannten „pragmatica sanctio“ übertrug der Monarch die Theologische und die Philosophische Fakultät der Universität Wien dem Jesuitenorden und schenkte der Gesellschaft Jesu gleichzeitig einen bedeutenden Teil der mittelalterlichen Universitätsgebäude (Domus universitatis, Collegium ducale, Liberey, Nova Structura etc.). Im Laufe weniger Jahrzehnte entstanden hauptsächlich an dieser Stelle der neue Gebäudekomplex des Akademischen Kollegs und der Schulen, in dem die Vorlesungen und die gymnasiale Ausbildung untergebracht waren, sowie die neue frühbarocke Universitätskirche. Gleichzeitig erhielten das ehemalige Karmeliterkloster und die Kirche Am Hof eine neue Funktion: Ab 1625 dienten sie als Sitz des Professhauses, der einzigen jesuitischen Niederlassung dieser Art in der Provincia Austriae.
Stiftung
Der (erste) Stifter des Kollegs war Ferdinand I. Seine Verdienste wurden im ordensinternen Gedächtnis der Jesuiten hochgeschätzt. Im Jahr 1551 stellte er den ersten Ordensmitgliedern eine Unterkunft (durch Anmietung eines Teils des Dominikanerklosters) und ein jährliches Einkommen von 1.200 Gulden aus der Linzer Maut zur Verfügung. Ihm ist es zu verdanken, dass die Niederlassung drei Jahre später an den Platz Am Hof übersiedeln konnte und die Jesuiten die ehemalige Karmeliterkirche und das Karmeliterkloster erhielten.
Maximilian II. war es zu verdanken, dass er dem Kolleg das ehemalige Klarissinnenkloster St. Anna schenkte, das ab 1628 als Sitz des jesuitischen Noviziats diente. Rudolf II. vermachte dem Kolleg das ehemalige Zisterzienserinnenkloster St. Bernhard-Frauenhofen, für das Ferdinand II. die päpstliche Bewilligung erhielt. Diese Liegenschaft war bis 1773 eine der wichtigsten Einnahmequellen des Kollegs.
Ferdinand II. war eigentlich der Neugründer des Kollegs, der die Niederlassung ins Stubenviertel verlegte, den Jesuiten einen großen Teil des Gebäudekomplexes im alten Universitätsviertel schenkte, um den Bau des Kollegs, der ordenseigenen Kirche und des Schulgebäudes zu ermöglichen.
Mitgliedschaft
Von Anfang an konzentrierte sich die Tätigkeit des Wiener Jesuitenkollegs auf seelsorgerliche und pädagogische Aufgaben. Bis zur Gründung des Professhauses (1625) gehörten die am Wiener Hof tätigen Jesuitenprediger und Hofbeichtväter auch zum Kolleg. So hatten auch Königin Maria (die Frau von Maximilian II.) und ihr Sohn Erzherzog Ernst einen Jesuitenbeichtvater, Georg Scherer.
Nach der Gründung des Professhauses hörte die Dominanz der in der Seelsorge dienenden Priester des Kollegs auf, aber ab 1623 erforderten die philosophischen und theologischen Universitätskurse etwa ebenso viele Jesuiten wie die Seelsorge. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts waren jährlich etwa 10 bis 15 Ordensmitglieder in beiden Bereichen tätig. Die Patres leiteten gelegentlich Ignatianische Exerzitien für einige Laien (wie im Professhaus auch).
Ein besonderes Merkmal des akademischen Kollegs war außerdem die Anwesenheit einer sehr großen Zahl von Jesuitischen Scholastikern, die an der Universität Philosophie (in der Regel 20–40 pro Jahr) oder Theologie (in der Regel 25–40 pro Jahr) studierten. Einige von ihnen beteiligten sich auch als Präfekten an der Aufsicht über die Konvikte und Seminare, halfen beim Katechismusunterricht der Kinder, fungierten als Praesides bei der Leitung der Kongregationen, agierten bei der Betreuung der Bibliotheken und bereiteten sich in der Universitätskirche auf ihren künftigen priesterlichen Beruf vor. Sie wohnten im Gebäude des Akademischen Kollegs, etwas getrennt von den anderen Ordensmitgliedern. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts lag die Gesamtzahl der Mitglieder im Kolleg zwischen 110 und 130 pro Jahr, so dass jährlich etwa 20 bis 23 Laienbrüder (coadiutores temporales) benötigt wurden, um den täglichen Betrieb des Kollegs zu gewährleisten. Dazu gehörten auch Handwerker, die vorübergehend (z. B. Maler, Architekt, Tischler) oder als ständiges Personal (Apotheker, Assistent der Sternwarte) spezielle Fachkenntnisse benötigten.
Nur ganz am Anfang seiner Geschichte verfügte das Kolleg über Novizen, bis im Jahr 1564 alle Novizen nach Prag verlegt wurden. Später wurde das Noviziat selbständig und ab 1628 diente das ehemalige St. Anna-Kloster in Wien diesem Zweck. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts diente das Kolleg auch als Ausbildungsstätte für jesuitischen Repetenten, mit bis zu 10–20 Mitgliedern pro Jahr. Zu den Ordensmitgliedern gehörten auch die Vorsteher der Konvikte, die in diesen Institutionen lebten (siehe „Verbundene/Weitere Einrichtungen“).
Der Bau der Kirche (neben dem Kolleg) war für die Jesuiten von höchster Priorität. Der Bauherr war Ferdinand II., der im August 1624 selbst den Grundstein für die Kirche und das Kolleg legte. Die zweitürmige Kirchenfassade und ihre Inschrift entsprachen dem gegenreformatorischen Programm des Kaisers und seinen Repräsentationsansprüchen. Die Kirche entstand an der Stelle der mittelalterlichen Gebäude, die 1623 die Jesuiten übernahmen, größtenteils an der Stelle der Sprengenburse und der Lammburse. Ihr Architekt ist unbekannt. Paulus Koneczni (Konezny), ein jesuitischer Laienbruder polnischer Herkunft, leitete die Bauarbeiten als „praefectus fabricae“. Obwohl die Inschrift an der Fassade die Jahreszahl 1627 trägt, weihte Kardinal Franz Seraph von Dietrichstein die Kirche erst im Jahr 1631. Während der letzten Bauphase stürzten die beiden Türme ein, was die Arbeiten verzögerte.
Die Universitätskirche ist ein einschiffiger Saalraum mit vier Seitenkapellen auf beiden Seiten. Ursprünglich war der Innenraum frühbarock, ohne Stuck und Fresken, und die Seitenkapellen waren auf den Hochaltar und nicht zum Kirchenschiff hin ausgerichtet. Der Umbau des Innenraums war das Werk des italienischen jesuitischen Laienbruders Andrea Pozzo, der zwischen 1703 und 1711 in Wien tätig war und von seinem Jesuitenbruder Christoph Tausch unterstützt wurde. Pozzo nahm wesentliche Änderungen an den beiden Türmen und dem Innenraum vor. Er bemalte die Decke des Hauptschiffs mit einer Scheinkuppel, fügte dem Kircheninneren reiche Stuckdekorationen und Fresken hinzu, schuf einen neuen Hochaltar (Mariä Himmelfahrt), baute eine Empore über den Seitenkapellen und eine zweigeschossige Sängertribüne am Ende des Kirchenschiffs. Er errichtete neue Seitenaltäre, die nun dem Kirchenschiff zugewandt sind. Auch die hölzerne Ausstattung der Kirche wurde von jesuitischen Meistern angefertigt, zwischen 1706 und 1716 richteten Peter Ross und später Ernest Armbruster, beides jesuitische Laienbrüder, eine Tischlerwerkstatt im Kolleg ein. Die Titel der Seitenaltäre: links, ausgehend vom Eingang: Hl. Katherina (Patronin der philosophischen Fakultät), Hl. Stanislaus Kostka, Schutzengel, Hl. Ignatius (später Herz Jesu), rechts, ausgehend vom Eingang: Hl. Thomas von Aquin (Patron der theologischen Fakultät) und Hl. Petrus Canisius, Hl. Anna (Hl. Franz Xaver), Hl. Leopold, Hl. Joseph (Hl. Familie). An der Nordostseite des Altarraums befindet sich die Sakristei, darüber ein Oratorium. Beide sind mit dem Nordflügel (Schönlaterngasse) des Kolleggebäudes verbunden.
Nach 1773 wurde die Kirche zur Garnisonskirche, dann zur Pfarrkirche (1783). Seit 1856 benutzen sie wieder die Jesuiten. Zuletzt erfolgte eine komplette Restaurierung zwischen 1984 und 1994.
Im Innenhof des Kollegs, an der Ostseite der Universitätskirche, nach 1631, errichtete man unter Verwendung mittelalterlicher Gebäudeteile die Benediktskapelle. Ihr Titel bewahrt das ehemalige Patrozinium der Universitätskapelle, ihres Vorgängers, einer gotischen Universitätskapelle an der Stelle des späteren Bibliotheksflügels des Jesuitenkollegs. Die frühere Kapelle wurde von den Jesuiten abgerissen, nachdem die Universitätskirche 1630 (vor ihrer Weihe) schon in Benutzung stand. Im 19. Jahrhundert teilten die zurückkehrenden Jesuiten die Kapelle horizontal und schufen im oberen Stockwerk ein Refektorium.
Ein Teil der Baugeschichte ist durch die Erforschung der Universitätsgeschichte und die jüngste Renovierung des Komplexes (bis 2022) bekannt, aber das Bild bleibt aufgrund der Zerstörung relevanter Quellen fragmentarisch. Vor allem die „historia domus“ oder das „diarium“ des Kollegs wären hilfreich, aber für die Bauzeit fehlt beides. Ferdinand II. als Stifter legte am 1. August 1624 selbst den Grundstein für den gesamten Gebäudekomplex. Laut dem Jahresbericht der Jesuiten spendete er zwischen 1625 und 1635 rund 87.000 Gulden für die Bauarbeiten. Die Gesellschaft Jesu erkannte deshalb den Monarchen als neuen Stifter des Kollegs an. Einer von den Jesuiten verfassten Eloge zufolge diente der Anfangsbuchstabe „F“ des Stifternamens als Muster für die Form des Kolleggrundriss.
Der Umzug des Kollegs ins Stubenviertel begann eigentlich schon im Jahr 1623, als die Jesuitenscholastiker und ihre Professoren (die Jesuiten, die an der Universität lehrten) in einem Gebäude der Dominikaner und dann in das zu diesem Zweck umgebaute Collegium Ducale umzogen. Im Winter 1623/24 wurde mit dem Abriss der Universitätsgebäude und der im Rahmen der „pragmatica sanctio“ übernommenen Bursen begonnen. Das neue Kolleg wurde nach den vom Jesuitengeneral genehmigten Plänen errichtet, auf welche die Rektoren des Kollegs, darunter Wilhelm Lamormaini (Rektor: 3. Mai 1622–18. Jan. 1625), wahrscheinlich entscheidenden Einfluss hatten. Der Bau des Kollegs, der Schule und der Kirche dauerte bis 1648. Die Jesuiten kauften auch andere Stadthäuser, um den Komplex und den Platz vor der Kirche zu schaffen. Von 1624 bis zu seinem Tod am 2. Dezember 1647 war Paulus Koneczni (Konezny), ein jesuitischer Laienbruder polnischer Herkunft, als „praefectus fabricae“ für die Bauarbeiten verantwortlich. Zuerst wurde das Kolleg gebaut, dann (teilweise gleichzeitig) die Kirche und schließlich das Schulgebäude und der südöstliche Anbau des Kollegs (Bäckerstraße, Sternwarte-Trakt).
Das Collegium Academicum diente in erster Linie als Wohngebäude für die Jesuitengemeinschaft (im 18. Jahrhundert jährlich 120–130 Personen) und zu diesem Zweck war auch das dreistöckige Gebäude gewidmet, das an die Ostseite der Kirche angebaut war und einen Arkadenhof umschloss. An der Nordseite befand sich ein Flügel mit einem Refektorium im Erdgeschoss und einer repräsentativen Bibliothek im ersten Stock. Im Erdgeschoss, an der Nordwestseite des Refektoriums, befand sich ein mittelalterlicher (gotischer) Saal, wahrscheinlich ein Teil des ehemaligen Collegium Ducale, das man erst beim Neubau des Flügels im 19. Jahrhundert abtrug. Der Saal der Jesuitenbibliothek ist mit Fresken von Anton Hertzog und Franz Anton Danne geschmückt. Möglicherweise arbeiteten die jesuitische Laienbrüder Johann Kraz und Johann Neugebauer, die eine Tischlerwerkstatt im Kolleg zwischen 1729 und 1735 leiteten, an der Ausgestaltung des Bibliothekssaals.
An den Südosten des Kolleggebäudes baute man eine Sternwarte an, die man bereits 1739 nutzte, aber nach 1754 durch eine neue Sternwarte in der Neuen Aula ersetzte (in der auch Maximilian Hell arbeitete). Das schmale, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Gebäude an der Ostseite des Kollegs diente wirtschaftlichen Zwecken (Wohnung der „familia“, d.h. für Knechte und Mägde) und umschloss zusammen mit dem Ostflügel des Kollegs einen schmalen Innenhof. Der südliche Flügel des Kollegs war durch zwei bogenförmige Durchgänge, die die Bäckerstraße im ersten Stockwerk überspannten, mit dem Gymnasium verbunden.
Heute: Schönlaterngasse 11. Das Haus, das dem Akademischen Kolleg gehörte, nutzten die Jesuiten für wirtschaftliche Zwecke. Es verfügte über ein beeindruckendes Kellersystem, das durch einen unterirdischen Gang mit dem Nordflügel des Jesuitenkollegs verbunden war (und ist).
An der Westseite des Universitätsplatzes (heute Dr.-Ignaz-Seipel-Platz) ließen Maria Theresia und Franz I. Stephan von Lothringen zwischen 1753 und 1755 für die Universität ein neues Gebäude errichten, dessen Architekt der Lothringer Jean Nicolas de Jadot war. Das Gebäude gehörte nicht zum Jesuitenkolleg, sondern zur Universität, die nun unter staatlicher Kontrolle stand, aber es diente auch als Ort für theologische und philosophische Vorlesungen der Jesuiten.
(Bäckerstraße 20–22., Wollzeile 25–27.) Die Schule hatte einen annähernd L-förmigen Grundriss, deren größter Trakt in der Bäckerstraße 20 ein völliger Neubau war und der größtenteils noch heute existiert. Sie wurde von Ferdinand II. finanziert und beherbergte zunächst Vorlesungen in Philosophie und Theologie sowie das Gymnasium. Das Gebäude verfügte über vier große Klassenzimmer im Erdgeschoss, drei Klassenzimmer und eine Kapelle im ersten Stock (im gleichen Grundriss) und darüber über einen großen Theatersaal (Auditorium) in der Höhe von zwei Stockwerken. Die sieben Klassenzimmer wurden bereits Mitte des 18. Jahrhunderts von den sieben Klassen des Gymnasiums genutzt: Die kleineren gingen ins Erdgeschoss, die größeren ins Obergeschoss.
Das Schulgebäude war mit dem Südflügel des Jesuitenkollegs durch zwei Gänge verbunden, die die Straße überquerten. Der östliche Anbau des Gymnasiums entlang der Bäckerstraße war ebenfalls Teil der Schule. Es handelte sich um zwei von der mittelalterlichen Universität übernommene Gebäude, die ehemalige Neue Schule („nova structura“, Konskriptionsnr. 1150) und das ehemalige Studiengefängnis (Konskriptionsnr. 1149). Diese gestalteten die Jesuiten um, aber sie rissen es nicht ab. (Dieser Gebäudeteil wurde erst nach der Jesuitenzeit abgerissen und später durch ein Wohnhaus ersetzt.) Die mittelalterliche Neue Schule war ein schmaleres Gebäude als das Gymnasium, mit einer gewölbten Halle im Erdgeschoss (vermutlich mit einem gotischen Kreuzgewölbe und einer Säule in der Mitte der Halle) und einem kleinen Theater darüber. Auf der Höhe des zweiten und dritten Obergeschosses, über dem kleinen Theatersaal, befanden sich vier kleinere Räume, von denen einer mit der Bühne verbunden werden konnte (er befand sich in der Verlängerung der Bühnenachse). Am Ende der Bäckerstraße (Nr. 22), in Verbindung mit dem beschriebenen Gebäudekomplex, befand sich ein Gebäudeteil, ebenfalls mittelalterlichen Ursprungs, mit drei Stockwerken und mehreren kleinen Räumen. Bis 1753 beherbergte er die (nicht-jesuitische) Universitätsbibliothek, dann zog hier die neugegründete Orientalische Akademie ein. Daneben wurde der Gebäudeteil teilweise für den Universitätsunterricht genutzt und „Schola philosophorum“ genannt.
Der kürzere Flügel des Schulgebäudes wurde an der Stelle der Gebäude errichtet, die nach 1623 übernommen wurden und die sich, wahrscheinlich nach einem größeren Umbau, an die Wollzeile (Nr. 25–27) anschlossen. An der gleichen Stelle eröffneten die Jesuiten einen Durchgang, der den Universitätsplatz mit der Wollzeile verband. Das Gebäude wurde als Wohnhaus für Seminaristen und möglicherweise (teilweise) für Unterrichtszwecke genutzt.
Aufgrund des dringenden Platzmangels erwogen die Jesuiten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts den Ankauf mehrerer Bürgerhäuser in der Wollzeile (Jägerhornmachers Haus, Haus Ruckl, Wollzeile 29–31). Dieser Plan wurde vermutlich wegen des Baus der Neuen Aula nicht verwirklicht.
Im Jahr 1627 kauften die Jesuiten zwei Gebäude neben der in Bau befindlichen Kirche. Sie ließen die Häuser zum Amtsgebäude der Universität umbauen. Das Konsistorium, der Pedell, die Kanzlei, das Archiv und der Studentenkarzer zogen 1628 hier ein, da der Großteil des Collegium Ducale für den Bau des neuen Akademischen Kollegs abgerissen worden war. Das Gebäude erfuhr 1720/21 unter der Leitung von Baumeister Christian Alexander Oedtl einen Umbau, bei dem das vierte Stockwerk hin zur Unteren Bäckerstraße (heute Sonnenfelsgasse) aufgesetzt wurde. Im Jahr 1755/56 war die Renovierung des Konsistorialsaales notwendig. Zwischen 1773 und 1891 diente das Gebäude Amtszwecken der Universität. Heute ist es immer noch Staatseigentum.
In der Nähe der Dominikanerkirche (heute Postgasse 8) übernahmen die Jesuiten nach 1623 das Gebäude der mittelalterlichen Rosenburse. Zwischen 1652 und 1654 wurde an dieser Stelle (an Stelle der Rosenburse und des von den Dominikanern übernommenen kleinen Hauses) ein neues einstöckiges Konviktgebäude mit einem rechteckigen Innenhof und einer Kapelle errichtet, die beide nach der Hl. Barbara benannt wurden.
Nach der Aufhebung der Gesellschaft Jesu schenkte Maria Theresia die Kirche und das ehemalige Konviktgebäude im Jahr 1775 der griechisch-katholischen („unierten“) Gemeinde, die es zunächst als Priesterseminar nutzte und das dann von der Pfarrgemeinde betreut wurde. Die Kirche hat ihre barocke Form bewahrt, obwohl sie im 19. Jahrhundert eine neue Fassade erhielt.
(Heute: Barbaragasse 3–5.) Vermutlich errichteten die Jesuiten beim Bau des Konviktes der Hl. Barbara zwischen dessen Gebäude und der Dominikanerkirche mit finanzieller Unterstützung von Ferdinand III. ein für ein Seminar geeignetes Gebäude, das vom Seminarium S. Pancratii et Ignatii genutzt wurde. Vielleicht war dies der Ort, an dem die nicht klerikalen Alumnen (eventuell auch Musiker) lebten. Im selben Block hatten die Jesuiten ein weiteres Haus, das zum akademischen Kolleg gehörte.
(Heute: Postgasse 11, 13) Péter Pázmány, Erzbischof von Gran, erwarb zunächst ein Haus für das Pazmaneum in der Annagasse (Nr. 3), das sich bald als ungeeignet erwies. Daher kaufte der Erzbischof 1625 das Gebäude der Bursa Liliorum (heute: Postgasse 11), wohin das Pazmaneum 1628/29 übersiedelte. 1627 übertrug der Erzbischof das Gebäude in der Annagasse an das Noviziat der Jesuiten. Im Gegenzug kaufte das Pazmaneum die sogenannte Koderie Goldberg (Fleischmarkt 28), die dem Priesterseminar gehörte, aber vermietet wurde – die Mieteinnahmen wurden für den Unterhalt des Instituts verwendet. (Das Seminar besaß keine Landgüter.) Im Jahr 1646 kaufte das Pazmaneum das sog. Kisslinghaus („domus Kisslingiana“, heute Postgasse 13), das ebenfalls viele Jahre lang als Mietshaus diente. Im Jahr 1668 entstand unter der Leitung von Rektor Sigismund Ruckel an der Stelle der beiden Gebäude für das Seminar ein neues dreistöckiges Haus, das dauerhaft als Sitz des Pazmaneums diente.
Die Gebäude wurden 1902 neugebaut, aber 1944 von Bomben zerstört.
Heute: Schönlaterngasse 13. Das Gebäude erwarb im Jahr 1626 Benedek Vinkovich, Agramer Großpropst, für ein neues kroatisches Konvikt.
(Heute: Am Hof 4.) Das Gebäude beherbergte die mittelalterliche Pankrazkapelle (oder deren Standort). Wahrscheinlich im Jahr 1607 wurde das Haus von den Jesuiten gepachtet und dann gekauft, nachdem ihr Kolleg weitgehend abgebrannt war. Sie benutzten das Gebäude als Seminar bzw. Konvikt. Das Seminarium S. Pancratii wurde nach diesem Gebäude benannt. Als das Jesuitenkolleg ins Stubenviertel übersiedelte, tauschten die Jesuiten das Gebäude mit Michael Adolf Graf von Althan, der es 1630 der Wiener Nuntiatur übergab.
Seit 1558 lebten im Wiener Jesuitenkolleg auch externe (nicht jesuitische) Schüler, was auf die Anfänge eines Konviktes oder Seminars hinweist. Im Jahr 1560 gründete Ferdinand I. als Ersatz für die 1554 geschlossene protestantische Landschaftsschule eine katholische Schule („Kaiserliche Landschaftsschule“) in Wien, die auch als (adeliges) Konvikt diente, und übertrug die Betreuung dem Jesuitenkolleg. (Die Landschaftsschule befand sich in der Nähe des Jesuitenkollegs, vielleicht an der Stelle des späteren Palais Obizzi.) 1565 entzog Maximilian II. den Jesuiten die Landschaftsschule, die ihre Konviktschüler vorübergehend anderswo unterbrachten (z.B. in Privathäusern, vgl. den Fall Stanislaus Kostka). Im Jahr 1569 errichteten die Jesuiten ein neues Konviktgebäude, das 1574 vergrößert wurde. Dieses Konvikt und eine St. Barbara-Kapelle befanden sich wahrscheinlich im südöstlichen Teil des Jesuitenkomplexes (an der Ecke der heutigen Bognergasse und Seitzergasse).
Im Jahr 1574 betrug die Zahl der Konviktschüler 150. Nach dem Stadtbrand von 1607 waren die ansässigen Schüler gezwungen, umzuziehen, und lebten wahrscheinlich vor 1611 einige Jahren lang in dem Haus an der Südseite des Platzes Am Hof, welches nach 1630 zum Sitz der Nuntiatur wurde („domus Pancratiana“, siehe auch: Domus professa Viennensis).
Das Konvikt war ursprünglich eine allgemeine Einrichtung für adelige, bürgerliche und arme Studenten, Gymnasiasten und Akademiker, Laien und Kleriker. Es beherbergte auch die Alumnen, die von päpstlichen Stiftungen unterhalten wurden. Auf Initiative des Wiener päpstlichen Nuntius Giovanni Delfino wurde 1573/74 eine Stiftung gegründet, die zunächst 1.200, dann 1.840 Gulden pro Jahr für den Unterhalt von 24–30 jungen Klerikern zur Verfügung stellte (1574, 1580).
Die päpstlichen Alumnen waren typischerweise kleinadeligen oder nichtadeligen Ursprungs. Die Buben waren meist deutschsprachig und stammten aus den österreichischen Erbländen. Die Alumnen wurden als zukünftige Pfarrer der Diözesen Wien und Passau angesehen. Einige Alumnen kamen aus Ungarn oder Mähren.
Im Jahr 1623 gab Ferdinand II. die Landschaftsschule, die damals beim Dominikanerkloster untergebracht war, an die Jesuiten zurück. Als das Jesuitenkolleg in das Stubenviertel übersiedelte, zogen auch die Konviktschüler hierher, neben das Dominikanerkloster. 1648 übergab das Jesuitenkolleg den Dominikanern dieses Schulgebäude im Tausch gegen ein kleines Haus in der Nähe der Rosenburse und gegen 5.000 Gulden Abschlagszahlung. So konnten die Jesuiten bis 1652 an der Stelle der mittelalterlichen Rosenburse und des angrenzenden Hauses das Konvikt der Hl. Barbara und 1654 die Konviktkapelle errichten. Das Konvikt wurde wahrscheinlich nach der ursprünglichen Kapelle benannt, die es noch am Platz Am Hof, neben jener des Jesuitenkollegs, nutzte.
Im Jahr 1656 starb Johann Mathias Prücklmayer (Prickhelmayer) Freiherr von Goldegg, Österreichischer Hofkanzler und Rektor der St. Barbara-Sodalität, ein Wohltäter des Konviktes, dem die Institution viel zu verdanken hatte. Er vermachte der St. Barbara-Kapelle einen silbernen Kelch und bei seinem Tod das Vermögen seiner Hauskapelle im Wert von 1.000 Gulden. Auch das Gut Atzgersdorf im Wert von rund 6.000 Gulden vermachte er dem Konvikt.
Vermutlich erst nach 1652 wurden die Unterkunft der meist adeligen, weltlichen Konviktschüler und die Beherbergung der von päpstlichen oder anderen Stiftungen finanzierten Alumnen getrennt. Wahrscheinlich waren die Seminaristen in den zwei mit dem neuen Schulgebäude baulich verbundenen Häusern in der Wollzeile untergebracht. Nach den päpstlichen Konstitutionen für die Alumnen (9. Nov. 1626) wurden junge Männer legitimer Herkunft im Alter zwischen 14 und 20 Jahren aufgenommen, die nach ihrer Priesterweihe zwei Jahre lang in der Diözese Wien als Seelsorger dienen mussten.
Das Konvikt der Hl. Barbara war in erster Linie ein adeliges Konvikt, in dem sowohl Gymnasiasten als auch Akademiker lebten, teils als Stiftlinge, teils als selbstfinanzierte Schüler. Der Regent des Konvikts war immer ein Jesuitenpater, der als Präses auch der St. Barbara-Kongregation vorstand. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts traten bereits jesuitische Theologiestudenten als „praefectus alumnorum“ neben dem Regenten auf. Im 18. Jahrhundert waren in der Regel fünf Jesuiten an der Leitung des Konviktes und der Aufsicht über die Studenten beteiligt. Der Regent war weiterhin der Präses der St. Barbara-Sodalität, während im Konvikt ein eigener Beichtvater tätig war. Jedes Jahr beaufsichtigten drei jesuitische Scholastiker als Präfekten die Konviktschüler: einer für die Theologiestudenten, einer für die Philosophiestudenten und einer für die Gymnasiasten. Dies zeigt auch, dass das Internat weiterhin ein gemischtes Profil aufwies: Neben den Theologie- und Philosophiestudenten wurden auch Gymnasiasten aufgenommen. Die Zahl der Konviktschüler betrug im Jahr 1665 62. Die Geschichte des Konviktes müsste weiterhin Gegenstand der Forschung bleiben.
Zu den externen Schülern, die im Jesuitenkolleg eine Unterkunft bekamen, gehörten von Anfang an auch Diözesankleriker, die nicht dem Orden angehörten. Zusätzlich nahm das Kolleg auch nichtadelige, „arme“ Schüler auf und gewährte ihnen Unterkunft und Verpflegung. Der Ort des Internats befand sich neben dem Jesuitenkolleg, an der südöstlichen Ecke des Jesuitenkomplexes, wo die St. Barbara-Kapelle stand (siehe auch Konvikt der Hl. Barbara). Dieser Gebäudeteil wurde damals „neues Kolleg“ genannt. Die ersten Seminaristen trugen kastanienbraune Talare. Zwischen 1560 und 1565 wurden sie in die Landschaftsschule verlegt und waren dann zusammen mit den Konviktschülern bis zum Stadtbrand von 1607 teilweise im Kolleg und teilweise in Privathäusern untergebracht. Danach, in den Jahren vor 1623 (vermutlich zwischen 1616 und 1623), wohnten die Seminaristen, vielleicht gemeinsam mit den „armen Schülern“, in der „domus Pancratiana“ an der Südseite des Platzes am Hof (Nr. 3–4.). Die Einrichtung hat ihren Namen von der mittelalterlichen Kapelle des Hl. Pankraz, die sich in diesem Haus befand, aber nicht mehr genutzt wurde.
Im Jahr 1625/1626 zog das Seminar in das Stubenviertel um, wo es vom adeligen Konvikt getrennt wurde. Eine weitere Differenzierung fand jedoch nicht statt: Ein einziger jesuitischer Regent leitete das Seminar, das sowohl als diözesanes Priesterseminar als auch als „seminarium pauperum“ diente. Seine Bewohner waren vermutlich zumeist Nichtadelige, die am Gymnasium oder an der Universität studierten.
Zu den päpstlichen Stiftungsplätzen kamen im Laufe der Zeit weitere Stiftungen, vor allem durch die Wiener Bischöfe. Die Stiftung von Melchior Khlesl im Wert von 40.000 Gulden und die Bemühungen von Anton Wolfrath und Philipp Friedrich Breuner führten zur Errichtung eines Diözesanseminars, „Seminarium S. Ignatii“, das im Jahr 1645 eigene Statuten erhielt. Doch war die Unterkunft der Seminaristen immer noch nicht gelöst.
Im Jahr 1654 wurde auf Kosten Ferdinands III. ein neues Seminargebäude (wahrscheinlich zwischen dem Dominikanerkloster und dem Konvikt der Hl. Barbara) errichtet, um die Doppelinstitution unterzubringen: Seminarium S. Pancratii et Ignatii. Die Einrichtung behielt ihr zweifaches Profil als Diözesanseminar und „seminarium pauperum“ bei, doch ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Teil der Seminaristen im Wollzeile-Trakt des Schulgebäudes untergebracht wurde. (Siehe auch: Konvikt der Hl. Barbara.)
Das Institut wurde vom jesuitischen Regenten geleitet, der gleichzeitig Präses der eigenen Visitatio Mariä-Kongregation des Seminars war. Ab Anfang des 18. Jahrhunderts waren jährlich zwei Studienpräfekten (jesuitische Theologiestudenten) im Seminar tätig, wobei einer die Gymnasiasten und der andere die Universitätsstudenten beaufsichtigte. In den 1720er Jahren wurde ein eigener jesuitischer Beichtvater (in manchen Jahren zwei Beichtväter) für das Seminar ernannt. Im Jahr 1665 betrug die Zahl der Seminaristen 59, im Jahr 1727 gab es 65 Stiftlinge und 57 zahlende Konviktschüler, in den 1750er Jahren insgesamt 156–159 Konviktschüler.
Das Seminar nahm sicherlich auch Studenten auf, die von anderen mit der Universität oder dem Jesuitenkolleg verbundenen Stiftungen betreut wurden. Unter den Wohltätern des Seminars finden wir nicht nur die Monarchen und die Bischöfe von Wien, sondern auch weltliche Herren. Ein Wohltäter des Professhauses war z. B. Graf Christoph Simon von Thun, er vermachte bei seinem Tod (1635) dem Seminarium S. Pancratii 7.000 Gulden. Die Geschichte des Seminars ist nur wenig erforscht.
Von allen Konvikten und Seminaren, die neben dem Wiener Akademischen Kolleg bestanden, war nur das Pazmaneum Gegenstand einer modernen historischen Analyse. Diese Tatsache ist wahrscheinlich auf seine herausragende Rolle bei der ungarischen Priesterausbildung zurückzuführen. Der Jesuit Péter Pázmány, Erzbischof von Gran, erließ 1619 die erste Gründungsurkunde des Instituts, aber Kriege und andere Schwierigkeiten verzögerten seine tatsächliche Errichtung bis 1623. Zunächst übertrug der Erzbischof dem Graner Domkapitel das Institut, doch in einer neuen Gründungsurkunde betraute er die Gesellschaft Jesu mit der Aufsicht. Gemäß dem Stiftungsbrief vom 20. September 1623 hinterlegte Pázmány 100.000 Gulden bei den niederösterreichischen Ständen, deren Zinsen für den Unterhalt des Seminars bestimmt waren. Außerdem schenkte der Erzbischof dem Pazmaneum die Zinsen aus seinen 15.418 Gulden 68 Pfennig, welche Summe ein Darlehen bei dem Palatin Miklós Esterházy war. Die Seminaristen konnten vom Graner Erzbischof und teilweise vom Graner Domkapitel nach Wien geschickt werden und mussten aus dem Königreich Ungarn stammende Jugendliche zwischen 15 und 26 Jahren sein, die aus einer rechtmäßigen Ehe stammten. Diejenigen aus Siebenbürgen und dem osmanischen Eroberungsgebiet, die die Bedingungen nicht erfüllten, wurden ebenfalls zugelassen. Nach ihrer Ordination waren die Kleriker verpflichtet, mindestens drei Jahre lang in der Graner Erzdiözese zu dienen. Der Stifter zog eine kürzere theologische Ausbildung von zwei Jahren vor (sog. Kasuistik), damit die Geistlichen so schnell als möglich in die Pfarreien entsandt werden konnten. 1636 vermachte Pázmány dem Priesterseminar zusätzlich 45.000 Gulden.
Das Pazmaneum wurde im September 1624 eröffnet, zunächst mit 13 Studenten. In der Anfangszeit spielte der Regent Johann Hmira eine Schlüsselrolle. Viele der Regenten wurden später entweder Rektoren von Jesuitenkollegien, Universitätsprofessoren oder ungarische Beichtväter in Rom. Die Arbeit der Regenten wurde zunächst von einem, später von zwei jesuitischen Studienpräfekten unterstützt, von denen einer die Philosophie- und der andere die Theologiestudenten betreute. Im Jahr 1761 entzog der Graner Erzbischof Ferenc Barkóczy den Jesuiten das Pazmaneum und wies die Seminaristen dem Tyrnauer Seminarium Generale zu. Nach dem Tod Barkóczys im Jahr 1766 hatte das Graner Domkapitel auf Initiative von Maria Theresia die schwierige Aufgabe, das Seminar in Wien neu zu organisieren. 1783 verstaatlichte Joseph II. jedoch das Gebäude und der Graner Erzbischof József Batthyány versetzte die Studenten in das Pressburger Priesterseminar.
Die Zusammensetzung der Studentenschaft des Pazmaneums analysierte István Fazekas aufgrund der erhaltenen Eidbücher und Matrikeln. Das Institut hatte etwa 40–50 Studenten pro Jahr, und bis 1723 hatte es insgesamt etwa 1.700 Studenten. Der Anteil der ungarischen und slowakischen Muttersprachler war ähnlich hoch (jeweils ca. 40%), die drittgrößte Sprachgruppe war Kroatisch (10%), der Anteil der Deutschsprachigen und anderer Sprachen war deutlich geringer. Die Seminaristen kamen in der Regel aus der Graner Erzdiözese. Im 18. Jahrhundert waren sie bereits größtenteils adeliger Herkunft (50–60%). Die meisten verbrachten 2–4, eine Minderheit 5–6 Jahre im Institut. Ein Indiz für die Bedeutung des Seminars im 17. und 18. Jahrhundert ist, dass etwa die Hälfte der in den Pfarreien der Graner Erzdiözese tätigen Pfarrer am Pazmaneum studiert hatte.
Ein Partnerinstitut des Pazmaneums zwischen 1641 und 1687 war das Wiener Seminar der Diözese Erlau (Eger), gegründet vom Erlauer Bischof György Lippay, geleitet ebenfalls von den Regenten des Pazmaneums. Das Seminar hatte jährlich 15–16 Studenten, die einen eigenen Jesuitenpräfekten hatten. Das Seminar wurde auf Bestreben der Erlauer Bischöfe Benedek Kisdy und György Fenesy aufgelöst, und die Seminaristen wurden nach Kaschau verlegt, neben das dortige Jesuitenkolleg und die Universität.
Benedek Vinkovich, Agramer Großpropst, kaufte im Jahr 1626 ein Gebäude vom Akademischen Kolleg, um ein kroatisches Kolleg nach dem Vorbild des Collegium Illyricum in Bologna zu gründen. Die Stiftung setzte sich aus Spenden der Agramer Bischöfe János Monoszlay (3.000 Gulden) und Franjo Ergeljski (Ferenc Ergelics, 2.000 Gulden) und des Agramer Großpropstes Baltazar Dvorničić-Napulji (24.000 Gulden) zusammen. Die ersten Studenten zogen 1627 ein, und die Statuten des Konviktes wurden 1627 erlassen. Das Konvikt stand unter der Aufsicht des Agramer Domkapitels, aber seine Alumnen studierten bei den Jesuiten, fast ausschließlich an der philosophischen Fakultät. In den ersten etwa 50 Jahren leitete ein aus dem Kreis der Alumnen gewählter Kurator das Konvikt, später ein Agramer Domherr. Mitte des 17. Jahrhunderts gab es zehn Konviktschüler, im 18. Jahrhundert etwa 20. Im Konvikt lebten sowohl Kleriker als auch Laien als Alumnen. Die Einrichtung spielte auch eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der Agramer Bischöfe und der kroatischen weltlichen Würdenträger in Wien und bot Unterkunft für kroatische Prälaten und Hochadelige, die nach Wien kamen.
Die Bibliotheken und die Archive des Akademischen Kollegs bzw. der Universität wurden nach 1623 nicht vereinigt. Während des Baus des neuen Jesuitenkollegs bis 1648 konnten die Jesuiten schon den Bibliothekssaal errichten, aber die hochbarocke Ausstattung und die Deckenfresken stammen aus den 1730er Jahren. Der Bibliothekssaal ist mit Fresken von Anton Hertzog und Franz Anton Danne (Quadratura) geschmückt.
Die Büchersammlung und gleichzeitig das Archiv des Kollegs wurden zwischen 1656 und 1658 neu geordnet. Die Arbeiten wurden von Pater Jakob Weltin, dann Pater Johann Bapt. Penitsch als Prokurator des Kollegs organisiert, aber von zwei Laienbrüdern durchgeführt.
Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich das Hausarchiv der Jesuiten im Südflügel des Kollegs, im ersten Stock, über dem die Sternwarte ursprünglich errichtet wurde. Auch einige Bücher waren in diesem Trakt untergebracht.
Im Akademischen Kolleg, an der Ecke heutige Bäckerstraße/Postgasse, wurde unter der Leitung des Jesuiten Joseph Franz, seit 1734 Professor für Mathematik an der Universität, eine Sternwarte eingerichtet. Das Observatorium wurde nach 1755 unter der Leitung von Maximilian Hell in das Gebäude der Neuen Aula verlegt.
Der Jesuitenprofessor Joseph Franz war auch der erste Direktor (1754–1769) der von Maria Theresia auf Initiative des Staatskanzlers Wenzel Anton Kaunitz eingerichteten Akademie der orientalischen Sprachen. Pater Franz hatte gerade eine längere Reise nach Konstantinopel hinter sich. Die Akademie, an der neben Türkisch, Persisch und Arabisch auch Geschichte, Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaft gelehrt wurden, zählte anfangs sechs Studenten. Die Akademie befand sich im südöstlichen Teil des jesuitischen Schulgebäudes, das „schola philosophorum“ genannt wurde. (Siehe auch: Bibliothek.)
Die Jesuiten vermittelten einen Direktor, dem jährlich ein Jesuitenscholastiker (Repetent) zur Seite stand, und ab 1757 zwei Jesuitenscholastiker (Repetenten) als Präfekten. Im Jahr 1756 war der später berühmte Jesuit Ludovicus Mitterpacher Präfekt der Akademie. Ab 1765 unterrichteten an der Akademie gelegentlich mehrere Jesuiten (Poetik, Rhetorik und Geschichte). Die Akademie sollte Jungen für den diplomatischen Dienst und den Konsulardienst (z.B. als Hofdolmetscher) ausbilden. Nach mehreren Neuorganisierungen ist ihr Nachfolger heute die Diplomatische Akademie Wien.
Heute: Rennweg 89a–93. Auf Initiative des Wiener Domherrn Anton Marxer wurde 1742 ein Waisenhaus gegründet. Der Fabrikbesitzer Johann Michael von Kienmayer kaufte das Gebäude für das neue Institut und erweiterte es in den folgenden Jahren mit benachbarten Grundstücken. Das Waisenhaus war ab 1745 tätig und stand ab 1759 unter der Leitung des bekannten Jesuitenpriesters Ignaz Parhamer. Parhamer ließ 1763 einen Neubau und eine neue Kapelle für das Institut errichten (Architekt: Matthias Franz Gerl). 1768 bis 1770 wurde auch die Waisenhauskirche Mariä Geburt erbaut (Architekt: Thaddäus Karner). 1785 wurde das Waisenhaus von Joseph II. aufgelöst. Die Kirche diente danach als Pfarrkirche und die Gebäude als Artilleriekaserne.
Gleichzeitig mit der Gründung des Wiener Jesuitenkollegs (1551) begannen die Jesuiten mit dem Schulunterricht. Im Jahr 1556 unterrichteten zehn Lehrer bereits mehr als 400 Schüler, da in den unteren Klassen („parva“) mehrere Schülergruppen gebildet wurden. Im Jahr 1559 waren insgesamt 363 Schüler, einschließlich der Philosophiestudenten („externi et convictores qui audiunt“), in neun Gruppen unterteilt.
Anfänglich arbeitete das Gymnasium in enger Symbiose mit der philosophischen und theologischen Ausbildung, die im Jesuitenkolleg organisiert war. (Siehe: Akademie.) Im Jahr 1565 hatten das Gymnasium und die Akademie insgesamt acht Klassen mit zwölf Lehrern und mehr als 400 Schülern. Die Gesamtzahl der Schüler stieg in den 1570er Jahren auf 700 und zu Beginn der 1590er Jahre auf über 1.000, sank jedoch um die Jahrhundertwende aufgrund der osmanischen Kriege („Langer Türkenkrieg“) wieder auf 600. Nach die Kriegszeit und der Epidemie ließen die Jesuiten im Jahr 1611 ein Schulgebäude neben dem Kolleg errichten, hauptsächlich mit Unterstützung von Herzog Maximilian von Bayern.
Um 1625 zog das Gymnasium mit dem Akademischen Kolleg um und wurde endlich in dem neuen Schulgebäude in der Bäckerstraße, gegenüber dem Jesuitenkolleg, untergebracht. Die Schule hatte vier Klassenzimmer und einen großen Saal im Erdgeschoss, drei Klassenzimmer, eine Kapelle und ein kleines Theater (am östlichen Ende) im ersten Stock und einen großen Theatersaal (zwei Stockwerke hoch) im zweiten und dritten Stock. Letzterer wurde auch für Universitätsvorlesungen und als Versammlungsraum für die akademische Kongregation genutzt. Der Theatersaal wurde 1736 neu gebaut, das Deckenfresko „Himmelfahrt Mariä“ stammt von Anton Hertzog.
Die Schülerzahl war sehr hoch: 1700 besuchten 1.160 Schüler die sechs Klassen. Im Jahr 1741 hatte das Gymnasium 1.323 Schüler, im Jahr 1768 810 und im Jahr 1770 716 Schüler. Im Gymnasium des Professhauses errichtete die Gesellschaft Jesu im Schuljahr 1745/46 die humanistischen Klassen, weil die Schülerzahlen im akademischen Gymnasium seit vielen Jahren zu hoch waren. (Siehe: Domus professa Viennensis, Gymnasium.)
Die Matrikeln des akademischen Gymnasiums sind entweder verloren oder gegenwärtig nicht auffindbar. Nur eine Minderheit der Schüler ist in die Schulregister der Universität eingetragen. Die Geschichte des Gymnasiums ist noch zu bearbeiten.
Nach 1773 erhielt die Schule den Namen Akademisches Gymnasium, geleitet von einem Exjesuiten, und blieb in der Bäckerstraße 20 (bis 1866). Im Jahr 1802 wurde es von den Piaristen, später von Laienlehrern geleitet. Nach 1773 entstand im Südflügel des ehemaligen Akademischen Kollegs das Kaiserlich-königliche Konvikt.
Von Anfang an waren die Jesuiten in Wien auch im Bereich der höheren Bildung tätig. Ein wichtiges Ziel des Stifters (Ferdinands I.) war es, die Wiener Universität vor dem Untergang zu bewahren. Zu diesem Zweck entsandte die Gesellschaft zwei Professoren, die an der Universität theologische Vorlesungen halten sollten — doch sie sahen sich anfangs mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert: Es fehlte an qualifizierten Studenten, und die Zahl der Studierenden war bereits sehr gering. Die Jesuiten hätten es vorgezogen, ein komplettes eigenes Ausbildungsprogramm aufzubauen, in dem nach ihren eigenen Methoden (sog. „modus Parisiensis“) auf die Humaniora die Philosophie und dann die Theologie folgt. Wegen der Konkurrenzsituation kam es jedoch zu einem ernsthaften Konflikt mit der Universität: Die Studenten begannen von der Universität zu den Jesuiten zu gehen, um Philosophie zu studieren. Ferdinand I. verlieh dem Jesuitenkolleg das Promotionsrecht für das Bakkalaureat, d. h. er erkannte die akademische philosophische Ausbildung der Jesuiten an. Diese Erlaubnis nahm Maximilian II. im Jahr 1573 zurück, danach konnte das Kolleg nur die jesuitischen Scholastiker promovieren.
Die Jesuiten bauten ihre eigene philosophische Bildung parallel mit den Universitätskursen auf, während die theologische Ausbildung an der Universität fortgesetzt wurde. Im Jahr 1603 hatte das Jesuitenkolleg bereits drei philosophische Professoren, einen Professor der Mathematik und einen Professor der Moraltheologie, die jesuitische Scholastiker und auch externe Studenten unterrichteten. Inzwischen unterrichteten zwei Jesuiten scholastische Theologie an der Universität. Die eigene Akademie des Kollegs blieb bis 1623 selbstständig. In diesem Jahr übertrug Ferdinand I. mit der so genannten „pragmatica sanctio“ die Theologische und die Philosophische Fakultät der Universität dem Jesuitenkolleg und übertrug deren Leitung und Verwaltung der Gesellschaft Jesu. Gleichzeitig übergab er dem Kolleg mehrere mittelalterliche Universitätsgebäude (Domus universitatis, Collegium Ducale, Liberey, Nova Structura usw.), auf deren Gelände bis 1625 das neue Gebäude des akademischen Kollegs errichtet wurde sowie zwischen 1628 und 1631 die Universitätskirche. Um 1623–1625 zog das Kolleg an den neuen Standort in der Nähe des Stubentors, gegenüber dem Dominikanerkloster, um.
Am 9. August 1623 erließ Ferdinand II. eine „Sanctio pragmatica“, mit der er die Theologische und die Philosophische Fakultät und einen Großteil des mittelalterlichen Gebäudekomplexes der Universität dem Jesuitenkolleg übertrug. Sowohl an der philosophischen als auch an der theologischen Fakultät stieg ab 1623 die Zahl der jesuitischen Professoren und Studenten (jesuitische Scholastiker und externe Studenten). Parallel kämpften die medizinischen und juristischen Fakultäten mit Schwierigkeiten (finanzielle Probleme, geringe Studentenzahlen, Fragen der Unterbringung).
Die Jesuiten spielten zweifellos eine Schlüsselrolle im Leben der Universität, zumindest zwischen 1623 und 1735, aber es ist wichtig festzuhalten, dass die Universität Wien nie vollständig eine Institution der Gesellschaft Jesu wurde. Dies hat immer eine etwas ambivalente Situation verursacht: Einige der Stiftungen und Bursen für die Betreuung der Studenten wurden nicht von den Jesuiten verwaltet, die Bibliotheken und die Archive des Kollegs und der Universität wurden nie zusammengelegt. Die Jesuiten waren nicht an den Tätigkeiten der Juristischen und der Medizinischen Fakultät beteiligt. In der Regel gab es vier bis fünf Jesuitenprofessoren an der Philosophischen Fakultät und sieben bis acht an der Theologischen Fakultät. Die Zahl der Studenten an den beiden Fakultäten (die von Jesuiten unterrichtet wurden) war ziemlich hoch. Im Jahr 1649 waren es 410 Studenten, im Jahr 1703 1.243, im Jahr 1738 etwa 1.000. In den 1760er Jahren war die Zahl auf etwa die Hälfte (400–500) gesunken.
Die Situation der Jesuiten änderte sich durch die ab 1735 an der Universität eingeführten staatlichen Reformen und Aufklärungsmaßnahmen. Der Einfluss des Staates nahm zu, das Ausbildungssystem wurde geändert, das Philosophiestudium wurde zu einem zweijährigen, das Theologiestudium zu einem vierjährigen Studiengang. Professoren, die aktiv unterrichteten, waren von der Verwaltung der Universität (akademische Würden) ausgeschlossen, und im Jahr 1752 wurde der Erzbischof von Wien zum Studienprotektor ernannt. Die Jesuiten lehrten jedoch weiterhin an der Universität bis zur päpstlichen Aufhebung des Ordens im Jahr 1773. Auch danach unterrichteten einige Exjesuiten noch einige Jahre lang weiter.
Die historische Rolle und Bedeutung der Jesuiten in der Universität Wien kann nur dann wirklich verstanden werden, wenn sie in einem komplexen Zusammenhang mit der Geschichte der Universität, des akademischen Gymnasiums und des Jesuitenkollegs erforscht wird. Dies ist eine Aufgabe der Zukunft.
Kongregationen
„Caritas“ italienische Sodalität. Die Sodalität war eine der frühesten von den Jesuiten geleiteten Sodalitäten, der anfangs nicht nur (hoch)adelige Herren, sondern auch Damen angehörten. Der Jesuit Michael Spesius gründete die Kongregation nach italienischem Muster für die Italiener in Wien. Danach wurde die Sodalität von Laurentius Maggio (dem Rektor des Wiener Kollegs) geleitet, der die Bestätigung von Papst Klemens VII. erwarb. Die Sodalität hatte einen eigenen Raum („sacellum Italorum“) neben dem Refektorium des Kollegs. Ihre Mitglieder und Wohltäter verbanden sie eng mit dem Wiener Hof, eine ihrer Hauptpatrone war die Kaiserin Maria (Gattin von Maximilian II.). Nachdem sie nach dem Tod ihres Mannes nach Spanien zurückgekehrt war, wurde die Sodalität anschließend aufgelöst (nach 1572). Die Sodalität hatte bedeutsame Wohltätigkeitsbereiche: Sie finanzierte ein Armenhaus und versorgte Personen, die wegen der Türkenkriege nach Wien geflüchtet waren.
„Sancta Barbara“ lateinische Schülerkongregation im S. Barbara-Konvikt. Die Gründung der Kongregation (1. Januar 1573) wurde von vier Theologiestudenten nach italienischem Muster mit der Genehmigung des Rektors des Kollegs initiiert. Die Kongregation erhielt ihren Titel von der S. Barbara-Kapelle des Kolleggebäudes, die für die Versammlungen der Kongregationen bestimmt wurde. Im Jahr 1574 waren 30 der 120 Konviktbewohner Mitglieder. Die Mitglieder hatten enge Verbindungen zu den Reformklerikern. Im Jahr 1581 wurde die Kongregation nach Konflikten mit den jesuitischen Leitern als eine eigenständige Abteilung in die Mariä Himmelfahrt-Kongregation (siehe unten) integriert, aber schon 1585 operierte sie wieder als eine selbstständige Kongregation. 1587 wurde sie in die römische Mutterkongregation aufgenommen, aber dagegen hatten die Mitglieder zwischen 1591 und 1594 Vorbehalte. Ihre jesuitischen Leiter waren die Regenten des Konvikts („regentes convictus“). Für mehrere Jahre (zwischen 1615 und 1643) ist die Separierung einer „minderen“ Abteilung mit eigenem Präses belegt. Im 17. Jahrhundert operierte sie mit eigenen Regeln, aber ähnlich der Marianischen Studentenkongregation. Im Jahr 1665 hatte sie 53, 1649 86 Mitglieder. Die Sodalität benutzte die Hl. Barbara-Kapelle des Konviktes.
„Assumptio Mariae“ akademische Studentenkongregation. Die Sodalität wurde zur Zeit der Wiener konfessionellen Konflikte unter dem Patronat des Wiener Bischofs Johann Caspar Neubeck mit einem programmatischen Titel gegründet (15. August 1579.). Zwischen 1581 und 1585 war sie mit der S. Barbara-Kongregation vereinigt (siehe oben). Aus dieser Kongregation schieden die deutsche Bürgerkongregation (siehe: Kongregationen des Wiener Professhauses) und zwei kleinere Studentenkongregationen (siehe unten) aus. Ihre jesuitischen Leiter wurden von den Professoren der Universität gewählt. Mehrere ihrer Gründungsmitglieder und ihrer gewählten Rektoren kamen aus Ungarn. Ihre Mitglieder reflektierten den „zusammengesetzten Staat“ der Habsburger. Im Jahr 1643 hatte sie 400, im Jahr 1656 623, im Jahr 1665 443 Mitglieder. Im Jahr 1656 ist eine Kongregationsbibliothek mit circa 200 Bänden nachgewiesen. Grundlegend für die Geschichte der Sodalität im 16./17. Jahrhundert ist die aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums veröffentlichte Kongregationsgeschichte: Saeculum Marianum Sodalitatis B. Mariae Virginis in Coelum Assumptae … Viennae 1678 . Die Sodalität hatte im Jahr 1735 1.020 Mitgliedern.1
„Immaculata Conceptio“ („Regina Angelorum Purificata“) lateinische (mittlere) Schülerkongregation. Die Mitglieder der im Jahr 1597 gegründeten Kongregation waren ursprünglich die Schüler des Jesuitengymnasiums, ab 1632 ausschließlich die Schüler der Rhetorik und Poetik. Deshalb wird sie in den Quellen auch als „congregatio studiosorum media“ erwähnt. Im Jahr 1649 hatte sie 150, im Jahr 1665 260, im Jahr 1744 zirka 300 Mitglieder.
„Purificatio Mariae“ („Regina Angelorum“) lateinische (kleinste) Schülerkongregation. Eine getrennte Schülerkongregation gründeten die Jesuiten im Jahr 1632 für die jüngsten Gymnasiasten. Ihre Mitglieder kamen aus den unteren Grammatikklassen. Im Jahr 1649 hatte sie 230, im Jahr 1665 151, im Jahr 1749 300 Mitglieder.
„Visitatio Mariae“ lateinische Schülerkongregation im Convictus S. Pancratii et S. Ignatii. Ab 1637 war die Sodalität für die Schüler des S. Pancratius- (und S. Ignatius-) Konviktes tätig. Eine römische Bestätigung hat sie zwei Jahre später erhalten. Im Jahr 1649 hatte sie 36 Mitglieder. Die Regenten des Seminars dienten auch als Präsides der Kongregation.
(LAND)WIRTSCHAFT UND ERHOLUNGSIMMOBILIEN
Wien, Ungargasse. Im Jahr 1773 betrug sein Wert 11.400 Gulden.
Für das Pazmaneum erwarb man 1659 zunächst einen Vorstadtgarten in der Nähe des Schottentors, der jedoch 1663/64 stark beschädigt und verkauft wurde. Stattdessen erwarben die Jesuiten einen anderen Garten in der Leopoldstadt bei der Tabormaut. Zwischen 1660 und 1669 besaß das Seminar auch einen Garten in der St. Ulrich-Vorstadt (spätere Josefstadt). Die Gartenfrage konnte dank Erzbischof Leopold Kollonitsch geklärt werden, mit dessen Hilfe 1685 der große Garten des Herrn Perger in der Leopoldstadt um 4.000 Gulden erworben wurde. Die Lage des Gartens zwischen Augarten und Prater ist heute noch durch einen Straßennamen (Pazmanitengasse) erhalten.
In dem großen ummauerten Garten befanden sich zwei repräsentative Gebäude. Eines davon enthielt ein Sommerrefektorium, das andere nutzte man mit Kollonitschs Erlaubnis auch für Gottesdienste. Infolge der Wirtschaftskrise hat man 1745 einen Teil des Gartens mit Obstbäumen bepflanzt und zwei Kühe angeschafft – eine Form der Landwirtschaft (Meierhof), die nicht ganz den jesuitischen Regeln entsprach. Im Jahr 1761 kam es zu einer Entfremdung des Gartens durch die Maßnahmen von Barkóczy, aber das Graner Domkapitel erwarb den Garten und gab ihn 1766 an das Pazmaneum zurück.
Im Jahr 1728 erwarb das Seminar durch Tausch einen Garten in der Vorstadt Landstraße.
Der Standort des Gartens ist auf dem Stadtplan von Johann Weingartner aus dem Jahr 1736 eingezeichnet.
Das Dorf und die Herrschaft gehörten seit 1609 zum Wiener Jesuitenkolleg, als Schenkung Margarita Cassos de Castilia, Witwe des Grafes Claudius von Tribulz. Die Stifterin war eine Wohltäterin der Jesuiten und ihre Schenkung war durch den Brand des Wiener Kollegs (1607) motiviert. Für den Rest ihres Lebens bat die Gräfin um eine jährliche Rente von 1.200 Goldscudi aus den Einkünften der Herrschaft.
Der Sitz der Herrschaft war das Schloss Mauer, das nach der Aufhebung der Gesellschaft Jesu im Jahr 1776 für militärische Zwecke gewidmet und als „Untere Kaserne“ bekannt wurde. 1895 wurde das Gebäude abgerissen. Die Jesuiten bauten das Schloss erstmals 1622 um, um auch vornehme Gäste zu empfangen. Im Jahr 1679, während der Pestepidemie, flohen die Mitglieder aus dem Akademischen Kollegs nach Mauer. Während der osmanischen Belagerung von 1683 wurden die Herrschaft und das Schloss vollständig zerstört, und der Schaden des Akademischen Kollegs wurde auf 100.000 Gulden geschätzt. Einige der Untertanen starben, andere flohen oder wurden als Sklaven verschleppt. Bereits 1686 war der Wiederaufbau im Gange, und 1688 konnten die Jesuiten wieder die Herbstferien hier verbringen. 1701 ließen die Jesuiten das Schloss erheblich umbauen und vergrößern, und in dieser Form blieb das Schloss bis 1895 erhalten. Zur gleichen Zeit erbaute man eine Kapelle und 1702 wurde eine Turmuhr angebracht.
Zur Herrschaft gehörte die Filialkirche Hl. Erhard, die sich südöstlich des Schlosses befand und auch heute noch steht. Die gotische Kirche wurde während der Jesuitenzeit erweitert, zuerst 1682 renoviert. Beim barocken Umbau blieb der mittelalterliche Chor erhalten. In der Kirche ist noch das Hauptaltarbild von 1739/1742 von Paul Troger (oder einem Troger-Schüler) zu sehen: Der Hl. Erhard vor der Hl. Dreifaltigkeit. Die Jesuiten kamen nur an Sonn- und Feiertagen in die Kirche, um die Messe zu feiern, zu predigen und Katechese zu halten. (Die Kirche war eine Filialkirche der Pfarre Atzgersdorf.) Im Jahr 1744 führten einige adelige Herren unter der Leitung von Jesuitenpriestern hier Ignatianische Exerzitien durch – das Exerzitienhaus wurde jedoch im folgenden Jahrzehnt nicht hier, sondern in der so genannten Engelsburg, in einem Haus des Noviziats, errichtet. (Siehe: Domus probationis S. Annae Viennae).
Im Jahr 1773 zählte das Gut 159 Untertanen, sein Wert wurde auf 42.656 Gulden geschätzt.
An die ehemalige Jesuitenherrschaft in Mauer erinnert heute nur noch der Straßenname „Jesuitensteig“.
Seit 1710 im Besitz des Jesuitenkollegs. Im Jahr 1773 wurde der Wert auf 22.010 Gulden geschätzt.
Grinzing (17.262 Gulden, 29 Untertanen), Tresdorf (15.260 Gulden, 27 Untertanen), Lanzendorf bei Mistelbach (8.931 Gulden 55 Kr., 34 Untertanen), Stetten (7.626 Gulden 25 Kr.), Gänserndorf (4.563 Gulden 30 Kr.), Wetzelsdorf (4.563 Gulden).
Großrußbach, Wiener Vorstädte Landstraße und Erdberg, Ebersdorf im Marchfeld, Großenzersdorf, Brunn am Gebirge / Maria-Enzersdorf, Aspern, Röschitz, Straning, Breitensee, Gerersdorf, Poysdorf, Kagran, Markgrafneusiedl.
Mauer, Brunn am Gebirge / Maria-Enzersdorf, Perchtoldsdorf, Ottakring, Grinzing, St. Georgen/Szentgyörgy (Ungarn).
Ab 1635 bis 1773 besaß das Kolleg eine Mühle in Schwechat. Ihr ehemaliger Standort ist heute durch einen Straßennamen erhalten.
Die Jesuiten besaßen die Wiese bis 1773. Der Name des Gebietes bezieht sich noch heute darauf.
Österreich unter der Enns. Siehe: Residentia S. Bernardi.
QUELLEN
Archivmaterial
Das ehemalige Hausarchiv des Kollegs ist nur noch fragmentarisch erhalten. Einige Handschriftenbände sind an die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) übergeben worden. Wichtige Quellen werden auch im Archiv der Universität Wien aufbewahrt. Ausgewählte Liste des Archivmaterials:
Archiv der Universität Wien, Altes Universitätsarchiv (1320–1968)
Archiv der Universität Wien, Rektoratsarchive und Studierendenevidenz, hier: Matrikelbücher und Promotionsprotokolle
Archiv der Universität Wien, Fakultäten (14.–20. Jh.), hier: Katholisch-theologische Fakultät und Philosophische Fakultät
Archiv der Universität Wien, Akademische Nationen (15.–19. Jh.)
Österreichisches Staatsarchiv, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Klosterakten, Wien, Collegium Academicum (Kart. 113–140.)
Acta facultatis theologicae Vindobonensis annos 1723–1724, 1728–1729, 1753–1754. Rationes acceptorum et expositorum eiusdem annos 1753–1754, 1752–1753. Rationes quaedam theologicae facultatis Vindobonensis. ÖNB Handschriftensammlung, Cod.10074.
Catalogus scholasticorum eorum, qui theologiae studiis operam dederunt in collegio academico Societatis Iesu Viennae anno 1744–1773. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 11979.
Collegium Academicum. [Sechs Grundrißpläne mit Klappen, ca. 1755/1773 bzw. 1803.] Albertina Museum, Wien, AZ allgemein, Mappe 45, 5394–5399. (teilweise publiziert)
Diarium personarum ordinis lecturae et aliorum eventuum studii theologici apud patres S. J. in Universitate Viennensi anno 1762–1773. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 7567.
Diarium praefecti scholarum humaniorum in collegio caesariensi et academico Societatis Jesu Viennae Austriae a Novembri 1719 [–1773]. Archivum Provinciae Austriae Societatis Iesu, Wien, Sign. 211 1515
Emblemata 24, totidemque poemata varia chronographica, quibus Leopoldo I. imperatori recens electo collegium Societatis Iesu. Moguntinum imperatoris gratulatur. Codex elegantissimae pictus et scriptus. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 10039.
Emblemata picta cum inscriptionibus metricis, quibus Melchiori Kleselio domini sodales Barbarae in collegio convictorum Societatis Iesu Viennae fundata congregatio purpuram gratulatur anno 1616. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 10042.
Epitaphium archiducis Leopoldi fratris Ferdinandi II. imperatoris auctum elogiis funeralibus Constantiae Poloniae reginae, Mariae Magdalenae magni ducis Etruriae Caroli Hispaniarum infantis a collegio Viennensi S. J. positum. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 8110. (Alterum exemplar: Cod. 8111.)
Examen candidatorum Societatis Jesu in collegio Viennensi a. 1648–1772. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 12407–12409.
Heyrenbach, Josephus Benedictus: Excerpta ex albo Sodalitatis Beatae Mariae Virginis in Collegio Academico Societatis Iesu Vindobonae anno 1672–1770. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 7615.
Historia collegii Societatis Iesu Viennensis, pars I et II., ab anno 1552–1638 et ab anno 1648–1727. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 8367–8368.
Historia Collegii Societatis Iesu Viennensi, pars III, complectens annos 1728–1770. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 8342.
Historia Congregationis B. V. M. in Coelos Assumptae. [1679‒1783.] Archivum Provinciae Austriae Societatis Iesu, Wien, Sign. 2 11 15 16.
Historia Domus Professae Viennensis 1550‒1650. Archivum Austriae Societatis Jesu, Wien, Sign. 21 11 15 18.
Historia succinta cathedrae theologiae moralis in universitate Vindobonensi et professorum ab anno 1622–1769. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 7238.
Iosepho Augusto ichnographiam hanc imperialis suae sedis Viennae Austriae … dedicat … Werner Arnold Steinhausen. Ao. MDCCX. [Grundrissplan der Stadt Wien mit dem Glacis und angrenzenden Teilen der Vorstädte]. Manuskriptkarte, 1710. Wien Museum, Inv.Nr. 105500. (Siehe auch digitalisiert: Wien Geschichte Wiki, s.v. Stadtplan, Steinhausen 1710)
Libellus statutorum aliorumque decano facultatis theologiae [Vindobonensis] scitu necessariorum, collectus ex actis facultatis opera decani S. J. 1696. Excerpta complectuntur annos 1567–1713. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 7347.
Saeculum Marianum Sodalitatis B. Mariae Virginis in Coelum Assumptae, In Caesareo et Academico Soc. Jesu Collegio Viennae Austriae, Authoritate Apostolicà erectae, et confirmatae, Exhibens Compendium Operum per Eam piè laudabiliterque gestorum ab annis Centum. Dicatum pro Xenio DD. Sodalibus memoratae Sodalitatis ex quatuor Academicis Facultatibus sub Deiparae Clientela jam olim, et nunc Congregatis. Viennae 1628.
SS. Eucharistiae adorationes Ferdinando II. praeside. Nempe carmina latina varia in S. Eucharistiam nomine collegii S. J. Viennensis 1620. ÖNB Handschriftensammlung, Cod. 10153.
Universitatis Viennensis statuta ab erectione et fundatione ... eidem collata et confirmata, partim a suis veris originalibus, partim ab authenticis copiis descripta anno 1614, continuatur usque ad annum 1656. ÖNB Handschriftensammlung, Cod.8244.
Literatur
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Standl, Clemens: Bauhistorische Gutachten. Alte Universität Wien Dr-Ignaz-Seipel-Platz 2, Postgasse 7–9 1010 Wien. Wien, EIDOS Architektur ZT GmbH, 2019. (Ich danke dem Autor für die Möglichkeit, das Manuskript einzusehen.)
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Vallery-Radot, Jean: Le recueil de plans d’édifices de la Compagnie de Jésus conservé à la Bibliothèque nationale de Paris. Rome, 1960. (Bibliotheca Instituti Historici S. I. XV.) 282–285.
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Wrba, Johannes: In der Nähe des Römischen Königs. Die Gründung des Jesuitenkollegs in Wien. In: Ignatius Loyola und die Gesellschaft Jesu, 1491–1556. Hrsg. von Andreas Falkner und Paul Imhof. Würzburg, 1990. 331–358.
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650 plus — Geschichte der Universität Wien. Hrsg. Ulrike Denk et al. [2021]

